Gesundheit & Ernährung

Der Schnuller wird 60 Jahre alt

Herzlichen Glückwunsch! Der Seelsorger, der beste Freund, der Beruhiger, der Schlafgarant wird 60 Jahre alt. Für viele Eltern ist er in dem schnellebigen, modernen Umfeld unserer Generation unabdingbar geworden: Der Schnuller, der Nuggi, der Luller, der Fopper oder der Zuzzi.

Vor knapp sechzig Jahren war es also soweit. Damals noch in Kirschform, heute als perfekte Anpassung an den Mundraum, haben moderne Schnuller nicht mehr viel gemein mit jenem ursprünglichen Schnuller, welcher im Jahre 1949 durch deutsche Zahnmediziner entwickelt worden ist.

SchnullerSeit den ersten Modellen hat sich wirklich viel getan, die Wissenschaft machte Fortschritte und man erkannte, welchen Einfluss das Nuckeln an verschiedenen Dingen auf die Kiefergesundheit hat. Der Schnuller dient nicht nur dazu, das natürliche Nuckelbedürfnis von Säuglingen und Babys zu befriedigen und sie damit zu beruhigen. Über die Jahre hinweg wurde er so entwickelt, dass er Fehlbildungen im Kiefer vermeidet. Wer heutige Schnuller mit den damaligen Exemplaren vergleicht, wird schnell feststellen, dass sie sich sehr verbessert haben: von großen, rundlichen Gummibällchen zu kleinen, kiefer-ergonomischen geformten Schnullern.

Doch wie wirkt sich ein Schnuller nun positiv auf den Kiefer aus? Von vorn herein steht fest, dass es theoretisch am Besten wäre, wenn kleine Kinder an gar nichts lutschen bzw. schnullern würden. Auf der anderen Seite soll laut wissenschaftlichen Studien aus dem Jahr 2005 ein Schnuller im Schlaf vor dem plötzlichen Kindstod schützen. Kinder haben jedoch ein natürliches Nuckelbedürfnis. Jedes Baby muss für sich eine “orale Phase” durchmachen, in der alles mögliche in den Mund genommen wird, und dieser Vorgang unter Umständen vielleicht sogar zum Nuckeln anregt.

Doch ein Schnuller ist für das Leben eines Kindes nicht genug. Kinder befinden sich in einem ständigen Wachstum. Dazu zählt auch insbesondere der Kopfbereich. Wenn jetzt ein Gegenstand wie z.B. ein zu großer Schnuller längere Zeit auf den Oberkiefer drückt, entwickelt er sich nach vorne. Die Kiefer passen sich an das störende Objekt “Schnuller” dauerhaft an. Gleichzeitig bleibt der Unterkiefer aber zurück, wodurch Ober- und Unterkiefer nicht passgenau sind. Es kommt zum so genannten “Lutschbiss”. Beim Nuckeln am Daumen sind die Folgen in der Regel noch schwerwiegender. Dabei wird nämlich nicht nur der Oberkiefer nach vorne gedrückt, sondern der Unterkiefer gleichzeitig nach hinten. Hier hilft oftmals nur noch eine kieferorthopädische Korrektur. Die richtige Entwicklung des Kiefers ist vor allem für die Zähne wichtig. Denn ein falsch geformter Kiefer kann letztendlich zu schiefen Zähnen führen. Das dann kieferorthopädische Maßnahmen notwendig sind, sollte jedem klar sein. Sämtliche dieser Probleme lassen sich jedoch vermeiden, indem regelmäßig neue Schnuller für das Kind gekauft werden! Jedoch sollte nach Vollendung des zweiten Lebensjahres Schluss mit dem Rumschnullern gemacht werden.

Auch unreine Schnuller sind nicht für die Entwicklung des Kindes förderlich. Deshalb regelmäßig die Schnuller abspühlen oder auskochen. Falls der Schnuller kurz in der Wohnung auf den Boden fällt, schadet es auch nicht, die Abwehrkräfte des Kindes ein wenig zu belasten.

Wer jetzt mehr über Schnuller, Zähne und Co. erfahren möchte, schaut sich am Besten die Seite der Inititiative Milchzahn an. Hier werden praktische Tipps der “Initiative Kiefergesundheit” in einem sehr kompakten Glossar präsentiert. Für uns persönlich kann ich zumindest stolz behaupten, dass unsere Tochter den Schnuller nur im Schlaf benutzen möchte. Tagsüber ist bei konsequenter Aktivität unserer kleinen Maus überhaupt kein Bedarf für den kleinen “Gummipropfen”. Aber wer sich im Sprechen übt, braucht auch einen freien Mund. Viele Eltern vergessen das – und wenn Kinder ausschließlich mit dem Schnuller beschäftigt sind, kommt das Sprechen noch viel später, als man es sich erhofft hat. :)

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. [...] trennen muss. In den ersten Jahren ist der Nutzen eines Schnullers vor allem für uns Eltern hilfreich, aber in so manchen Momenten sehen unsere Kleinen in ihm den größten Tröster. Doch [...]

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