Eltern & Familie

Stärkt die Elternzeit Frauen für den Beruf?

Ein Kind bedeutet für jede Familie viele Veränderungen. Vor allem für Frauen heißt ein Kind sich neu organisieren zu müssen. Das Kind bildet nun den Lebensmittelpunkt der Familie. Ganz natürlich ergeben sich daher andere Prioritäten im Familienleben, die zu Gunsten des Kindes gesetzt werden. Der Alltag muss mit dem kleinen Erdbewohner neu organisiert werden. Außerdem ist die Geburt eines Kindes für jede Frau bereits ein körperliches Wunder. Wie kommt man als Frau in dieser Situation zurecht, wenn man im Berufsleben gleichgestellt sein soll, aber in einer privaten Familiensituation die Zügel in der Hand halten muss?

Die Elternzeit ermöglicht es Frauen, zumindest zu einem großen Teil diese Zeit für die ersten Entwicklungsschritte des Kindes zu nutzen und um sich mit der positiven Veränderung in ihrem Leben zu organisieren. So ist es nicht verwunderlich, wenn mehr als die Hälfte der Frauen nach der Elternzeit positive Veränderungen für sich persönlich feststellen. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte für diese Studie insgesamt 570 Frauen. Hiervon fühlen sich 54% der Mütter nach den ersten Monaten mit dem Kind insgesamt organisierter. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf viel Organisationstalent benötigt. Ähnlich sieht es dabei aus, wenn es um die Frage geht, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Fast der Hälfte der Mütter fällt es nach der Elternzeit leichter ihre Prioritäten festzulegen. Unwichtige Aufgaben werden dabei nach hinten verlagert, wichtige Aufgaben erhalten Vorrang. Dies ist im Familienalltag einer der wichtigsten Faktoren, um dauerhaft alles unter einen “Hut” zu bekommen. Denn hier steht immer am Ende die Frage: Wo bleibe ich selbst?

Immerhin glauben 29% der Mütter, dass sie sich nach der Elternzeit besser im Berufsalltag durchsetzen können. Ein gutes Durchsetzungsvermögen hilft bei einer schnellen Entscheidungsfindung, um einen straff organisierten Tag auch so zu vollenden, wie man es sich vorgestellt hat. Anderseits verlangen die Kleinen von den Eltern ebenso ausreichend Durchsetzungsvermögen ab. Dies tritt vor allem dann ein, sobald die Kinder anfangen ihren eigenen Willen zu entwickeln, welcher dann auch gerne durchgesetzt werden will. Und dass Frauen nach der Elternzeit oftmals positiv gestärkt in den Beruf zurückkehren, wird sogar durch die Arbeitgeber bestätigt. Eigentlich ein Grund mehr für viele Arbeitgeber sich mehr um Mütter als Beschäftigte zu kümmern.

Trotzdem verzichten viele Arbeitgeber auf die Anstellung von jungen Müttern in gehobenen Positionen. Argumentativ versuchen sogar manche Arbeitgeber, einen Vergleich zwischen einem Angestellten in Vollzeitbeschäftigung und den teilzeitbeschäftigten Kräften zu ziehen. Gesellschaftlich ist dies ein Dilemma, in dem sich viele Mütter, zu denen ich Kontakt aufnahm, wiederfinden. Qualifiziert und Mutterschaft – was für die Familienpolitikerin von der Leyen vielleicht möglich ist oder sich als Idealbild im Sinne der aktuellen Familienpolitik widerspiegelt, ist für junge Menschen in Deutschland vielmehr ein Karrierestop, als dass es sich zu einem finanziellen Vorteil entwickelt.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich denke ja und glaube schon, dass ich nach der Elternzeit gestärkt bin. Ich glaube vor allem, dass unser Nachwuchs durch die Elternzeit viel ruhiger wird. Aus diesem Grund hat man dann doppelt gewonnen.

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