Gesundheit & Ernährung

Erste Beikost prägt Essverhalten

Über die erste Beikost zerbrechen sich manche Eltern lange den Kopf: Welches Gemüse soll verwendet werden? Besteht ein mögliches Allergierisiko? Kann es zu Blähungen oder anderen Verdauungsproblemen kommen? Dies sind nur einige Fragen, mit denen man sich vor allem beim ersten Kind beschäftigt.

Neue Empfehlungen besagen, dass man dem Kind bereits frühzeitig eine vielseitige, fleisch- sowie glutenhaltige Bei- und Breikost geben sollte. Frühzeitig heißt hierbei ab dem fünften Monat. Diese Empfehlung ist sehr überraschend, da weit verbreitete Ernährungsempfehlungen teilweise in Frage gestellt werden.

Die Vielfalt in der Beikost fördert jedoch die Geschmacksentwicklung. Auch die Akzeptanz neuer Nahrungsmittel und die späteren Essgewohnheiten werden dadurch positiv geprägt. Ein Blick Richtung Frankreich zeigt z.B. das man Babys dort bereits früh mit unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten füttert. Studien haben zudem gezeigt, dass die einseitige Gabe von Monobreien das Allergierisiko nicht senken. Hierzulande wird oftmals mit Möhren-, Pastinaken- oder Kürbisbrei angefangen. Dies führt aber oftmals nur dazu, dass die Kinder sich an die einseitigen Geschmackserlebnisse gewöhnen und später weniger offen für den Gemüse- und Obstverzehr sind.

Unbestreitbar bleibt: Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten das Beste für die kleinen Erdbewohner. Doch irgendwann muss jedes Kind zum “Löffeling” werden. Die neuen Empfehlungen besagen, dass Kinder frühestens ab dem 5. Lebensmonat und spätestens zu Beginn des 7. Lebensmonats Beikost erhalten sollten. Der Grund hierfür liegt darin, dass Muttermilch sehr wenig Eisen enthält. So wird z.B. bei Kindern über dem 2. Lebensjahr der Eisenbedarf zu 90% durch die Beikost gedeckt. Darin zeigt sich bereits, wie wichtig es vor allem für gestillte Kinder ist, täglich fleischhaltige Beikost zu erhalten.

Was viele Eltern leider nicht wissen und/oder vergessen ist, dass jedem Babybrei Rapsöl zugefügt werden sollte. Rapsöl ist eine optimale Quelle von omega-3 Alpha-Linolensäure (ALA).  Dieses wird im Stoffwechsel zu DHA gebildet, wo es wichtige Funktionen übernimmt. Eisen und omega-3 Fettsäuren sind insbesondere bei der kognitiven Entwicklung von Kindern wichtig.

Die neusten Erkenntnisse zeigen ferner, dass Gluten kein Tabu mehr sein sollte. Gluten in der Babynahrung stand bisher unter Verdacht das Risiko von Allergien und Zöliakie zu erhöhen und dauerhaft daran zu erkranken. Gluten sollte man nicht vor dem 4. Lebensmonat verabreichen aber auch nicht später als im 7. Lebensmonat. Um das Risiko für Zölikaie, Typ 1 Diabetes und Weizenallergie zu reduzieren, ist es ratsam Gluten schrittweise ab dem 5. und 6. Lebensmonat einzuführen.

Persönlich kann ich dazu nur sagen, dass wir bei der Einführung  von Beikost ziemlich intuitiv gehandelt haben. Uns war es von Anfang an wichtig, dass unsere Tochter viel probiert, ihren Geschmackssinn ausbildet und ihren Geschmackshorizont stets erweitert. Was ihr absolut nicht schmeckt, braucht sie nicht zu essen. Aber Theorie ist immer die eine Seite, die Praxis die andere. Auch wenn unsere Tochter bereits viel probiert hat, so mag sie dennoch bis heute kaum Obst essen. Ansonsten isst sie eigentlich alles. Und wenn es mal was Neues gibt, dann lautet die Grundregel: probiert werden muss – wenn es dann nicht schmeckt ist das eine andere Sache.

Eltern sollten bei der Gabe von Beikost ihrer Intuition vertrauen. Dabei ist es auch wichtig, dass man die natürliche Neugier der Kleinen befriedigt und sie auch neue Sachen probieren lässt ohne gleich in Panik zu verfallen, dass daraus eine Allergie entstehen könnte. Und verbieten sollte man auch nicht immer alles, denn das Verbotene wird mit dem Alter später immer reizvoller.

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