Good Bye Schnuller!
Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an welchem sich jedes Kind von seinem Schnuller trennen muss. In den ersten Jahren ist der Nutzen eines Schnullers vor allem für uns Eltern hilfreich, aber in so manchen Momenten sehen unsere Kleinen in ihm den größten Tröster. Doch spätestens im dritten Lebensjahr sollte der Schnuller dem Kind abgewöhnt werden, so dass es spätestens zum dritten Geburtstag auch wirklich “schnullerfrei” ist. Das Saugen ist eine kleine Sucht, die zwar harmlos ist, aber ihre Tücken hat. Ein einfacher und dabei sehr wichtiger Grund für ein rechtzeitiges Abgewöhnen vom Schnuller liegt daran, dass sich ansonsten Zahnfehlstellungen und Kieferverformungen bilden können. Diese können später nur noch durch entsprechende kieferchirugische Maßnahmen, wie eine Zahnspange, behoben werden.

Eltern sollten bereits mit der Einführung des Schnullers im Hinterkopf haben, dass dieser bei Zeiten auch wieder abgewöhnt werden muss. Daher sollten Eltern den Schnuller mit dem zunehmenden Alter ihres Kindes auch wesentlich sparsamer einsetzen. Das Kind braucht ungefähr ab seinem ersten Geburtstag nicht mehr die ganze Zeit mit einem Schnuller im Mund herrumlaufen. Demnach sollte der Schnuller wirklich nur noch als Beruhigung zum Einschlafen und in Notfällen genutzt werden. Zu diesen Situationen zählt beispielsweise die Beruhigung mit dem Schnuller als psychologische Schmerzlinderung nach einem schlimmen Sturz. Dies schließt natürlich nicht die je nach Bedarf notwendige Weiterbehandlung bei einem Arzt aus.
Den Schnuller zu entwöhnen erfordert außerdem ein wenig Feingefühl. Wenn möglich sollten Eltern den Schnuller noch vor dem ersten Geburtstag immer öfter durch ein Schmusetuch oder auch durch einen Beißring ersetzen. Auch hier gilt eine sparsame Dosierung, schließlich sollen die Eltern mit ihrer Wärme und ihrer Liebe den Trost spenden können – und nicht irgendwelche Sachen wie Schnuller, Schmusedecken, Beißringe oder Kuscheltiere.
Wir führten ab dem ersten Geburtstag unserer Tochter die Regel neu ein, dass sie tagsüber keinen Schnuller mehr von uns bekam. Die Außnahme bildete dabei nur noch der Mittagsschlaf und natürlich das nächtliche Schlafen. Für uns waren die folgenden Gründe relevant. Zum Einen führt ein “Dauerschnullern” zu einer Entwicklungsverzögerung beim Sprechen. Je länger Kinder mit Schnuller im Mund ihre Zeit vertreiben, desto später und schlechter erlernen Sie das Sprechen. Bestimmte Laute und Töne können mit einem Schnuller einfach beim besten Willen nicht ausgesprochen werden. Wer das nicht glaubt, sollte einmal mit vollem Mund ein paar komplizierte Wörter sprechen oder einen Tischtennisball in den Mund beim Sprechen einführen. Nach wenigen Versuchen wird man gewiss feststellen, dass sich dieses Vorhaben als ziemlich schwierig erweist, wenn die Zunge nicht den vollen Spielraum in der Mundhöhle nutzen kann. Diese Situation ist also mit einem Schnuller im Mund vergleichbar.
Zum Anderen müssen Kinder auch lernen, dass der Schnuller in gewissen Momenten nicht als Tröster oder Ersatzbefriedigung für einfach alles auf der Welt dienen kann. Kinder müssen lernen, wie sie mit ihren Gefühlen richtig umgehen können. Dazu zählen bereits im frühen Alter ganz einfache Emotionen wie Frustration oder Ärger. Ein Schnuller sollte durch die Eltern eigentlich nieamls als Mittel zum Zweck eingesetzt werden. Getreu nach dem Motto “Hauptsache wir haben Ruhe!” machen Eltern einen zentralen Denkfehler. Nicht sie sollten ausschließlich ihre Ruhe haben, sondern das Kind muss lernen, eine Balance zwischen Unterhaltung und Ruhe zu finden. Je früher die Kinder dies lernen, desto weniger Probleme werden die Eltern später haben, wenn ihr Kind älter wird. Kinder müssen irgendwann eigene Strategien entwickeln und lernen mit ihren Gefühlen richtig umzugehen. Aus “Abhängigkeit” heraus dürfen sie nicht jedes Mal auf eine entsprechende Ersatzbefriedigung zurückgreifen.
Doch wie gewöhnt man dem Kind nun den Schnuller am Besten ab? Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu plaudere ich gerne aus dem Nähkästchen. Wie bereits erwähnt ist die richtige Dosierung des Schnullers wichtig. Zuerst sollte er wirklich nur als Tröster eingesetzt werden, nämlich wenn gar nichts mehr geht oder als Hilfe zum Einschlafen. Eine wichtige Regel beinhaltet auch das Aufräumen, denn wenn überall Schnuller in greifbarer Nähe herumliegen, kann das Kind seine Eltern sehr schnell austricksen und zum Schnuller greifen. Ein echter “Schlafplatz” für den Schnuller eignet sich hervorragend für die sinnvolle Erklärung, dass ein Schnuller nicht dauerhaft im Mund bleiben muss. Das Kind sollte dabei gemeinsam mit den Eltern auswählen, an welchem Platz sich der Schnuller tagsüber ausruht. Hierfür eignet sich eine kleine Kiste. Mit der Zeit sollte der Schnuller sich immer öfter ausruhen und zunehmend ganz aus dem Alltag verschwinden. Eltern machen einen Fehler, wenn sie ihrem Kind den Schnuller einfach so von heute auf morgen wegnehmen, ohne dabei etwas zu sagen oder die Gründe verständlich zu erklären. Kinder brauchen Regeln und Rituale, die ihnen relevante Informationen vermitteln und einen Mehrwert aufzeigen. Ein ausgeruhter Schnuller kann wesentlich mehr Beruhigung bringen als ein Schnuller im Dauereinsatz.
Aber je nach Alter und der individuellen Einsicht des Kindes können Eltern die Entwöhnung ganz unterschiedlich angehen. Hier einige Beispiele, die Eltern einzeln und nicht in Kombination verfolgen dürfen:
- Die Schnullerfee: Eltern sprechen mit ihrem Kind darüber, dass es Zeit wird, den Schnuller an die Schnullerfee wieder abzugeben. Das Ziel dabei stellt die freiwillige Abgabe des Schnullers durch das Kind dar. Dabei muss beim Kind ein gewisses Verständnis hierfür vorausgesetzt werden. Bei der Schnullerfee wird der Schnuller des Nachts durch ein Geschenk ausgetauscht. Zu beachten ist hierbei, dass die Eltern mit den Kindern bereits im Voraus über die Schnullerfee reden und ihnen verdeutlichen, wann dieser Tag gekommen ist. Dem Kind hilft ein konkretes Datum zu nennen, wie den letzten Sonntag im Monat, und regelmäßig aufzuzeigen, wie viele Tage noch verbleiben, bis der Schnuller abgeholt wird. Das Kind sollte den Schnuller dann freiwillig an einem ausgewählten Ort vor dem Schlafengehen platzieren. Die Fensterbank eignet sich hervorragend dafür. Über Nacht tauschen die Eltern dann den Schnuller gegen das gewünschte Geschenk aus.
- Der Schnullerbaum: Auch hier setzt man auf die freiwillige Mitarbeit des Kindes und benötigt wie bei dem Beispiel mit der Schnullerfee ein gewisses Verständnis von ihnen. Hierbei dienen andere Kinder als ein Vorbild, wenn sie ihren Schnuller bereits abgegeben haben oder gerade dabei sind ihn abzugeben. Mit der Verabschiedung des Schnullers an den Schnullerbaum erhält das Kind auch hier am Besten anschließend ein Geschenk seiner Wahl. Wo es solche Aktionen und Möglichkeiten gibt, kann man am Besten selber im Internet herausfinden – oder befreundete Eltern verabreden sich für eine gemeinsame Aktion, denn zusammen in der Gruppe kann es für Kinder einfacher sein, sich von den Schnullern zu trennen, wenn alle anderen mitmachen.
- Den Schnuller verschenken: Wenn in der Familie oder im Bekanntenkreis ein Baby auf die Welt kam, kann der eigene Schnuller ein wunderbares Geschenk sein. Natürlich ist dafür wieder die freiwillige Abgabe des Schnullers eine Voraussetzung, aber das freiwillige Geschenk des Schnullers an jemanden, der ihn vielleicht mehr braucht als man selbst, kann auch eine wundervolle Erfahrung für das Kind sein. So kann man sein Kind fragen, ob es dem Baby nicht etwas schenken möchte, was es selber nicht mehr braucht und wozu es mittlerweile zu groß oder zu alt geworden ist. Das eigene Kind darf man nach der Abgabe des Schnullers mit einem altersgerechten Geschenk belohnen.
- Der Schnuller-Verlust: Es gibt Kinder, die gerne mal ihre Sachen verlieren. Diese Tatsache kann man als Eltern ebenfalls nutzen und den Schnuller verschwinden lassen. Eltern sollten ihr Kind direkt darauf hinweisen, dass Dinge manchmal verloren gehen und sich nicht wiederfinden lassen. Anstatt jetzt einen neuen Schnuller zu kaufen, kann man den Verlust des Schnullers auch hier durch ein Geschenk kompensieren. Ferner dürfen Eltern auch hier wieder argumentieren, dass ihr Kind mittlerweile zu alt für einen Schnuller ist und ihn ja vielleicht jemand gefunden hat, der ihn mehr braucht als das eigene Kind.
Der kaputte Schnuller: Eine eher unkonventionelle, aber dennoch recht wirksame Methode stellt die Kürzung des Schnullers an jedem weiteren Tag dar. Das erklärte Ziel ist es, dass die Kinder den Schnuller freiwillig abgeben, da er irgendwann nicht mehr zu gebrauchen ist. Es macht schließlich keinen Spass mehr, so ein kaputtes Ding in den Mund zu nehmen. Auch hier sollte man den Verlust des Schnullers durch ein Geschenk ersetzen. Ein Vorteil hierbei ist, dass man dem Kind den kaputten Schnuller im Zweifelsfall später noch einmal vor Augen führen kann, bevor er dann irgendwann ganz in Vergessenheit gerät.
Persönlich haben wir zur Abgewöhnung vom Schnuller die letzte Methode angewendet. Wir waren der Ansicht, dass unsere Tochter ihren Schlaf-Schnuller nicht freiwillig hergeben würde. Sie verstand jedoch, dass ihr Schnuller kaputt gegangen ist, und wir erklärten ihr, dass sie ihn zu oft benutzt hätte. Am Ende war die fünfte Variante für uns alle erfolgreich und auch unsere Nächte sind seitdem wesentlich ruhiger. Wir müssen nicht immer ein oder zwei Mal in der Nacht selbst aufstehen und im Dunkel der Nacht den Schnuller suchen, weil er sich mal wieder aus dem Mund oder sogar aus dem Bett des Kindes verabschiedet hat.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass unabhängig von der gewählten Methode ausreichend Zeit zur Entwöhnung des Schnullers eingeplant werden muss. Dabei sind strenge Regeln und die Disziplin der Eltern gefragt. Denn auch Letztere neigen aus Verzweifelung zu Rückfällen und geben dem Kind in einer kritischen Situation den Schnuller. Das sollte ein klares Tabuthema sein. Hier heißt es eisern zu bleiben und daran zu denken, dass die schnullerfreie Zeit weitaus mehr Vorteile mit sich bringt als die kurze Ruhephase vor dem nächsten Sturm. Ansonsten muss man nämlich alles erneut von vorne beginnen, das Kind feiert seinen persönlichen Triumph über seine Eltern und man selber hat es am Ende nur noch schwerer. In diesem Sinne bleibt nur noch eins zu sagen: Good Bye, Schnuller – es war schön mit dir, aber es ist noch schöner ohne dich!
1 KommentarBastelidee zu Ostern: Roll-Ei
Mit Kindern zu basteln kann sich oftmals als sehr schwierig gestalten, weil ihnen für bestimmte Bastelideen einfach noch das notwendige Geschick fehlt. Dennoch helfen wir Eltern ja zu gerne dabei, damit beim Bastelspaß auch ein tolles Ergebnis zustande kommt. Zu Ostern passt natürlich wunderbar die Idee, mit den Kindern einige ausgeblassene Eier zu bemalen – dennoch ist dies ein großes Vorhaben. Persönlich habe ich mich mit unserer zweijährigen Tochter dennoch an das Projekt “Ostereier” recht erfolgreich gewagt. Als Materialien brauchen wir nur folgende Dinge:
- ein Pappkarton
- mehrere ausgeblassene Eier
- ein Set Fingermalfarben
- falls gewünscht ein Papier zum Auslegen des Pappkartons
Den Pappkarton haben wir in diesem Fall mit einem großen weißen Blatt Papier ausgelegt. Anschließend haben wir die verschiedenen Fingermalfarben mit einem Klecks darin verteilt. Jetzt legten wir nur noch die Eier hinein und der Spass konnte beginnen. Die Eier werden mit den Fingern im Karton umhergerollt. Am Besten nimmt man zwei bis drei Eier gleichzeitig dazu, bis sie schön bunt sind. Das Papier im Pappkarton erfüllt dabei auch einen tollen Nebeneffekt, indem zusätzlich zur ganzen Ostereier-Aktion noch ein lustiges Bild entsteht. Der Pappkarton kann zudem später einmal noch für andere (Bastel-)Zwecke verwendet werden.
Unsere Tochter war von dieser Idee ziemich begeistert und wollte gar nicht mehr damit aufhören, die Eier zu rollen. Dies zeigte sich dann im Gesamtergebnis: Unsere Eier wurden durch die gemischten Farben am Ende etwas braun. Wie im obigen Bild zu sehen ist, sieht das Ergebnis vielleicht auf den ersten Blick nicht wie ein filigranes Kunstwerk zum Osterfest aus. Aber dies ist am Ende ja nicht so schlimm: Die Hauptsache ist, dass unsere Tochter ihren Spass dabei hatte und ihr Ergebnis jetzt am Osterstrauch betrachten kann.
0 KommentareSehschwächen rechtzeitig erkennen
Kinder lernen vor allem in ihren ersten Lebensjahren viel. Dazu benötigen sie all ihre Sinne. Insbesondere der Sehsinn erweist sich dabei als essentiell, da Kinder ihre Welt zu rund 85 Prozent mit den Augen erfahren. Für Kinder ist es daher wichtig, dass Sehschwächen und -probleme frühzeitig erkannt werden. Denn nur so kann man beim Lernen gleiche Voraussetzungen für alle schaffen.
Bei Untersuchungen von rund 850 Kindergartenkindern durch die bayrischen Betriebskrankenkassen kam jedoch heraus, dass bei jedem dritten Kind der Verdacht auf Fehlsichtigkeit besteht. Erschreckend ist zudem, dass über 80 Prozent der Kinder noch nie bei einer augenärztlichen Untersuchung war. Dies ist umso problematischer, da Fehlsichtigkeiten sich nicht verwachsen. Als Folge dessen kommt es zu Entwicklungshemmungen der Kleinen.
Eine frühe Augenuntersuchung ist wichtig, zumal sich in den ersten Lebensjahren die Nervenverbindungen für das Sehen bis zum 7. Lebensjahr entwickeln. Solche, die bis dahin nicht zustande gekommen sind, werden anschließend nie zustande kommen. Die unentdeckten Sehschwächen führen dazu, dass die Kinder nie richtig sehen lernen. Um eine Sehschwäche erfolgreich zu behandeln oder eine drohende Sehschwäche zu vermeiden, sollte eine Behandlung so früh wie möglich erfolgen. Spätestens bis zur Einschulung sollten Versäumnisse dabei nachgeholt werden.
Sehschwächen bei kleinen Kindern wahr zu nehmen ist jedoch nicht immer einfach. Gerade kleine Kinder können sich verbal noch nicht ausreichend ausdrücken, um ihre Eltern auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen. Ferner stört sie die Sehstörung unter Umständen gar nicht, da sie es nicht anders gewohnt sind und keinen Vergleich haben, wie sich gutes von schlechtem Sehen unterscheidet. Hilfreich ist eine gute Beobachtung der Eltern. Wenn ein Kind z.B. häufig stolpert oder Sachen übersieht, dann sollten die Eltern bereits einen Besuch beim Augenarzt in Erwägung ziehen. Aber auch Schielen, häufiges Augenreiben, Augenzittern oder ein Schiefhalten des Kopfes können Anzeichen für Sehprobleme sein.
Kinder sollten daher spätestens im Alter von zwei- bis dreieinhalb Jahren dem Augenarzt vorgestellt werden. Sind jedoch in der Familie Augenerkrankungen bekannt, so ist der Besuch beim Augenarzt bereits zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat ratsam.
Unsere Tochter hat zumindest bereits einen Termin beim Augenarzt. Leider müssen wir dafür einiges an Wartezeit in Kauf nehmen. Dies liegt mit daran, dass wir eine kinderfreundliche Praxis gesucht haben. Kinderfreundliche Praxen verfügen in der Regel über ein Sehschule, wobei hier eine Schielambulanz gemeint ist. Einer der häufigsten Sehfehler bei Kindern ist das Schielen. Kinder sollten daher mit den besten Möglichkeiten untersucht werden, um Sehfehler möglichst früh zu behandeln.
Auf das Ergebnis unserer Untersuchung bin ich zumindest bereits gespannt, zumal beide Elternteile mehr oder weniger Brillenträger sind. Da unsere Tochter jedoch jeden Fleck und jede andere Kleinigkeit akribisch sieht und beobachtet, denke ich nicht, dass sie einen Sehfehler hat. Aber am Ende gilt das Motto: Sicher ist sicher!
Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, kann sich einmal bei Kuratorium gutes Sehen umschauen. Hilfreiche Informationen für Eltern mit Kleinkindern lassen sich auch hier finden.
0 KommentareTipps und Tricks: Webdesign für Kinder
Seitdem unsere Tochter immer älter wird, werden Internetseiten, die sich inhaltlich an Kinder richten, für uns zunehmend interessanter. Dabei fällt sofort auf, dass Internetseiten für Kinder anders gestaltet sind als solche für Erwachsene. Diese Tatsache diente mir zum Anlass, die wichtigsten und interessantesten Punkten zu diesem Thema einmal zusammen zu fassen.
Als Erstes ist es dabei sehr wichtig, dass das Design der Onlineportale für Kinder so gestaltet ist, damit das Interesse der Kinder auf die Inhalte gezogen wird und sie dazu anregt, sich mit dem jeweiligen Thema zu beschäftigen. Dafür stehen dem Designer einige Möglichkeiten zur Verfügung, die ich nachfolgend erläutern möchte.
1. Bitte mit Farbe!
Kinder lieben helle und lebhafte Farben. Bunt ist ein Zauber, den es zu versprühen gilt. Deswegen sollte zunächst auf die geeignete Farbwahl geachtet werden. Helle Farben ziehen die Aufmerksamkeit der Kinder schnell auf sich und ermöglichen dem Designer, ihre Aufmerksamkeit für relativ lange Zeitperioden zu halten. Die richtige Farbwahl ist zwar beim Design immer wichtig, jedoch hinterlässt gerade bei Kindern die richtige Farbwahl eine bleibende Erinnerung in deren Gedächtnis, wie man an den folgenden Beispielen erkennen kann.
Play-Doh
Strahlende, klare Farben kennzeichnen die Play-Doh-Seite. Die Farbpalette reicht dabei von rot-orange, gelb, grün bis hin zu blau und lila, wobei letztere im Screenshot nicht sichtbar sind.

Kindersache
Die Seite erstrahlt in gelb in Kombination mit einem hellen blau:

2. Gute Laune
Webseiten für Kinder sollen eine fröhliche Stimmung bei den Kindern hinterlassen. Nur wenn die Kinder eine positive Erfahrung mit einem Onlineportal machen, kehren sie gerne zu einer Webseite zurück – ähnlich wie bei uns Erwachsenen. Die Kinder sollten also jederzeit das Gefühl haben, dass sie auf der Webseite willkommen sind. Dieser Aspekt ist ebenso aus Sicht des Marketings wichtig, denn auch Kinder reden in der Regel mit Gleichaltrigen über positive Erfahrungen – und das ist das grundlegende Empfehlungsmanagement im Marketing. Eine gezielte Ansprache der Kinder wird für den Erfolg eines Onlineportals definitiv hilfreich sein. Für gute Laune kann auch eine zentrale Figur auf einer Webseite sorgen, die die Kinder freudig empfängt.
Bob der Baumeister
Hier empfängt Bob der Baumeister die Kinder auf der Startseite:

Thomas & seine Freunde
Thomas die kleine Lokomotive begrüßt freudig die Kinder auf seiner Seite. Dazu fährt die Lokomotive in das Bild hinein.

3. Nahe an der Natur
Kinder sprechen positiv auf Elemente aus der Natur an. Hierbei geht es darum, dass bekannte Elemente Kinder stimulieren, zumal Kinder zunächst noch über einen beschränkten Erfahrungshorizont verfügen. Dabei sind Simplifizierungen von Elementen bei Kindern oftmals am wirksamsten, um so ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eine übertriebene Größendarstellung von Naturelementen ist hier möglich, wenn nicht sogar wünschenswert.
Disney
Je nach Thema und Film verwendet Disney unterschiedliche Elemente. Im Playhouse-Bereich bei “Meine Freunde Tigger und Puuh” finden sich einfach dargestellte Formen aus der Natur wieder. Die vereinfachten Darstellungen lassen sich an den Wolken sowie der Landschaft selbst schnell erkennen. Die Elemente aus der Natur sind zudem vergleichsweise groß dargestellt.

Disney
Ein weiters Beispiel von Disney findet sich auf der Seite von “Findet Nemo“. Hier werden für die Seite Elemente aus dem Wasser genutzt, die entsprechend groß und vereinfacht dargestellt sind.

4. Die richtige Größe
So klein die Kinder auch sind, für sie ist die richtige Größe bei der Verwendung von Interaktions-Elementen wichtig. Als Designer sollte man darauf achten, dass diese Flächen ausreichend groß und gut erkennbar sind. Schwerpunkte bilden hierbei Buttons oder auch die Typographie. Kinder fühlen sich von einfachen, klaren und leicht wahrnehmbaren Objekten angezogen. Daher sollten große Design-Elemente bevorzugt werden. Hier bietet es sich ebenfalls an, dass passende Charaktere, die auch animert sein können, in einer entsprechenden Größe genutzt werden. Diese stellen dann den Hauptfokus für Kinder dar und können sie durch die einzelnen Seiten hinweg navigieren und begleiten.
Disney
Mal wieder ein Beispiel von Disney – diesmal zum Thema Größe. Die Hauptfiguren, welche in diesem Fall die Feen darstellen, wurden im Vergleich zu den restlichen Elementen groß dargestellt und nehmen somit einen Großteil der Seite ein. Hier wurde den zentralen Charakteren entsprechend viel Raum zur Verfügung gestellt.

TOGGO
Bei Toggo.de stellt jedes einzelne Feld einen Button dar und ist damit ausreichend groß für eine einfache Navigation mit der Maus.

5. Navigation mit Spassfaktor
Die Navigation und Call-to-Action-Bereiche sollten so gestaltet sein, dass sie den Kindern direkt ins Auge fallen. Dabei sollte eine sehr einfache Struktur vorliegen, so dass die Kinder schnell und einfach durch die Seite navigieren können. Vorteilhaft ist eine Navigation, die auf großen Buttons und Grafiken basieren, da diese die Aufmerksamkeit der Kinder schneller auf sich ziehen als eine einfache Textnavigation. Eine besondere Option für eine Navigation stellt die Untermalung durch Soundeffekte dar. Wenn die Kinder die Maus dabei über bestimmte Navigations-Elemente bewegen, wird die entsprechende Beschriftung als Ton oder Sprachausgabe abgespielt. Dies kann besonders hilfreich für diese Altersgruppen sein, die noch nicht selbst lesen können. Eine andere Möglichkeit besteht in einem sich verändernden Mauszeiger, sobald dieser sich über einem bestimmten Element befindet.
Die Seite mit der Maus (WDR)
Navigation ohne wenn und aber: Auf der Seite mit der Maus vom WDR gibt es zunächst keinerlei Textlinks. Die Kinder können hier anhand der Bilder navigieren. Ferner lässt sich hier nahezu jedes Element anklicken, wodurch selbst unerfahrene Surfer stets auf der Seite weiterkommen.

Internet ABC
Hier ist die obere Navigationsleiste mal nicht in einer Ebene dargestellt, sondern folgt einer geschwungen Linie. Die einzelnen Punkte werden dabei durch witzige Tier-Zeichnungen repräsentiert.

6. Interaktion ist gefragt
Auf der Seite sollten Kinder auch die Möglichkeit haben zu interagieren. So unterstützt ein spielerisches Quiz das Interesse der Kinder. Interaktion kann ebenso durch Animationen, Sound, Video, kleine Spiele und druckbare Elemente erfolgen. Kurze Videos  bieten sich in der Hinsicht an, um Informationen kompakt und mit einem visuellen Mehrwert aufzubereiten. Man kann den Kindern auch eine kleine, animierte Figur anbieten, die die Kinder durch die verschiedenen Bereiche führt. Dadurch haben die Kinder zusätzlich einen Anreiz sich mit dem Thema zu beschäftigen und sind nicht komplett auf sich alleine gestellt. Bei der Nutzung kleinerer Spiele sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder etwas lernen und auch ihr Gedächtnis trainieren. Druckbare Elemente hingegen bieten sich als Erinnerung an. Sie erinnern die Kinder an die entsprechende Webseite und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind zurückkehrt. Ein weiterer positiver Effekt von druckbaren Elementen ist, dass eine Marke so zusagen nach außen getragen wird und dadurch ihre Reichweite erhöht wird. Der Hintergedanke bei dem Thema Interaktion ist, dass Kinder sich nicht mit stundenlangem Lesen beschäftigen wollen. Dazu ist ihre Aufmerksamkeitsspanne oftmals noch zu kurz. Sie wollen lieber unterhalten werden und spielen. Um den Ansprüchen von Kindern gerecht zu werden, ist es für Designer daher unumgänglich Flash-Elemente mit einzubringen und auf Java-Script zurück zu greifen, auch wenn es einem als Erwachsenen eher nervt.
ZDF tivi
Auf der Seite von ZDF tivi finden Kinder Spiele, Quiz und Tests, bei denen sie am Ende etwas lernen und ihre Fähigkeiten erweitern können.

Fisher-Price
Auf Fisher-Price sind die Online-Spiele und Aktivitäten zusätzlich nach unterschiedlichen Altersgruppen eingeteilt. Somit kann jedes Kind sich altersgerecht weiterentwickeln und Erfolge für sich verbuchen.

7. Bilder, Bilder, Bilder
Kinder nehmen ihre Umwelt viel durch Bilder wahr und lernen dadurch. Sie helfen Kindern bei der Visualisierung. Dadurch können sie eher ein Verständnis darüber entwickeln, was sich in der Welt abspielt. Für ein gutes Lernen ist das Begreifen und Verstehen von Dingen essentiell.
News4Kids
Die einzelnen Bereiche sind auf News4Kids durch entsprechende Bilder gekennzeichnet. Viele Seiten für Kinder greifen auf dieses gestalterische Element zurück und nutzen Bilder. Oftmals dienen Bilder dabei auch zur Veranschaulichung von Berichten, Stories und Reportagen.

8. Verantwortung nicht vergessen
Beim Designen einer Webseite für Kinder sollte man stets im Hinterkopf haben, dass Kinder eine lebhafte Fantasie haben und sich leicht durch das beeinflussen lassen, was sie sehen und hören. Auch im Interesse der Eltern und des eigenen Marketings ist es wichtig, dass sichergestellt wird, das Kinder keinerlei Schäden durch den Besuch einer Webseite für Kinder von sich tragen. Verantwortung übernehmen heißt hier auch, dass die Webseite nicht nur der Repräsentation des eigenen Unternehmens/der eigenen Marke dient, sondern dass die Kinder durch den Besuch etwas lernen und sich mit bestimmten Themen befassen. Angebotene Spiele können dabei z.B. nach Altersgruppen unterteilt werden, damit ebenso jüngere Kinder positive Erfahrunegn sammeln. Wichtig ist es ferner einen Bereich für Eltern einzurichten. Als Eltern hat man oftmals ein wachsames Auge auf die Aktivitäten der Kinder. Dies trifft umso mehr zu, je kleiner und unerfahrener die Kinder sind. Ein Unternehmen bzw. eine Marke steht somit auch in der Pflicht der Eltern und sollte stets bedenken, dass diese einen großen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Kinderwebseite haben.
LEGO
Auf der Seite von Lego finden Eltern zu verschiedenen Themen Antworten und Informationen. Wichtige Themen sind hier u.a. die Kindesentwicklung, die Familie und das gesellschaftliche Engagement von LEGO.

fragFINN.de
Auf der Elternseite von fragFINN.de geht es hauptsächlich um den Kinderschutz im Internet.

9. Und am Ende testen
Was denken die Nutzer von meiner Seite? Welche Elemente funktionieren und welche nicht? Bevor ein Design überhaupt für ein Online-Portal umgesetzt wird, sollten selbstverständlich Testläufe unterzogen werden. Idealerweise gestaltet man dies mit den eigenen Kindern oder von Verwandten, Freunden und Bekannten. Manchmal helfen auch Kindergärten oder Schulen, wenn einem reinen Test noch eine kleine Lernkomponente für die Kinder geboten wird. Jedes Webseitendesign für Kinder nützt am Ende nicht viel, wenn es von der entsprechenden Zielgruppe nicht vorher ausgiebig getestet worden ist. Selbst wenn nur ein Kind zum Testen zur Verfügung steht, ist dies immernoch besser als eine Seite gar nicht zu testen. Dies sollte selbst bei engen Marketingbudgets kein Problem darstellen. Beim Testen sollte man die Kinder gut beobachten. Nachfolgend ein paar Beispiele für Fragen, die man sich stellen sollte:
- Lässt sich die Seite wie gewünscht navigieren?
- Haben die Kinder Freude daran oder lässt ihr Interesse schnell nach?
- Nehmen die Kinder positive Erfahrungen mit und lernen dabei etwas?
Ziel sollte es sein, die Webseite durch die Augen der Kinder wahrzunehmen und anschließend entsprechende Modifikationen vorzunehmen. Wenn man erstmalig eine Webseite für Kinder gestaltet und das Budget knapp ist, kann man sich an Seiten mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich orientieren wie z.B. von Disney, Barbie, Matchbox usw.
Fazit
Bei meiner Suche nach entsprechenden Beispielen ist mir leider aufgefallen, dass es in Deutschland vergleichsweise wenige gute und kindergerechte designte Webseiten gibt, die die genannten Kriterien erfüllten. Vorangig stammen die besten Interseiten für Kinder von den weltweit agierenden Konzernen. Reine deutschsprachige Internetauftritte haben somit noch einiges an Nachholbedarf., zumal ein guter Internetauftritt heutzutage für ein erfolgreiches Marketing unabdingbar ist.
Am Ende hoffe ich, dass dies ein guter Überblick zu diesem Thema darstellt. Für weitere Anregungen, Anmerkungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Ansonsten kann man jedem, der das Vergnügen hat an einer Webseite für Kinder jemals  zu arbeiten, nur raten sich an den Beispielen ein wenig zu orientieren. Dann ist der Erfolg des Projekts schon so gut wie gewährleistet.
Ein PDF-Dokument zu den Top 100 Internetseiten für Kinder im deutschsprachigen Raum von Klick-Tipps (Stand: 01.06.2009) lässt sich hier finden.
2 KommentareBuchtipp: Unser Kleinkind
Das Buch “Unser Kleinkind” von Dr. Christopher Green steht schon seit längerem gelesen in unserem Regal. Beim Kauf des Buches war ich zunächst skeptisch, da ich eigentlich ungerne Erziehungsratgeber lese. Aber manchmal kann so ein Ratgeber schon hilfreich sein, wenn man mit seinen eigenen Ideen oder Methoden nicht weiterkommt. Beim Kauf des Buches dachte ich mir jedenfalls, dass neue Impulse für mögliche schwierige Situationen nie schaden können.
Als ich das Buch durch gelesen hatte, war ich ziemlich begeistert davon. Die Kapitel waren recht kurz gehalten, wodurch man gut woran kam. Besonders gefallen haben mir die vielen Alltagsbeispiele, wobei mir die eine oder andere Situation bekannt vorkam, während man über andere nur schmunzeln konnte.
Das Buch widmet sich, wie der Titel bereits sagt, dem Kleinkind von eins bis vier Jahren. Entsprechend werden in dem Buch alle Themen angesprochen, die den Eltern in diesen Jahren auf dem Herzen liegen wie z.B. Wutanfälle, Sauberkeitserziehung, Schlafen und Essen.
Insgesamt hat mich das Buch in unseren Erziehungsmethoden bestätigt. Auch neue Ideen und Anregungen sind dabei in unseren Erziehungsalltag eingeflossen. Aber es gibt ebenfalls Momente, in denen die Theorie in der Praxis vollkommen versagt. Aber Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel. Vor allem zum Thema Wutanfälle habe ich einiges an Einsichten hinzu gewinnen können. Sie lassen sich zwar nicht vermeiden, aber mit dem richtigen Umgang mit ihnen, kann man sich als Eltern viel an Nerven sparen.
Das Buch empfand ich für meinen Teil als lesenswert. Einen Satz bzw. eine Aussage die ich mir daraus in jedem Fall mitgenommen habe und mir in schwierigen Situationen gerne in Erinnerung rufe ist: Das Kleinkind ist ein egoistisches Wesen, dass eben auf sich und sein Wohl bedacht ist. Davon kann man als Eltern so manch ein Lied singen – aber um dies zu ändern ist eben auch Erziehungsarbeit und Entwicklung notwendig. Das es aber auch Erwachsene gibt, die ein solches Verhalten zeigen, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.
Ansonsten habe ich mich – bereits weiter oben angedeutet – beim Lesen dieses Buches sehr amüsiert. Das Buch ist kein trockener Erziehungsratgeber, sondern gibt viele realistische Situationen aus dem Alltag wieder. Dies mag mit daran liegen, dass Dr. Christopher Green als Erziehungsratgeber und Leiter der Child Development Unit am New Children’s Hospital in Sydney oft genug mit der Realität und den Problemen von Eltern konfrontiert ist.
Und wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist, kann es sich jetzt bestellen und selber lesen. Hier die Daten zum Buch im Überblick:
“Unser Kleinkind – Mit Liebe, Verständnis und Konsequenz durch die Jahre 1 bis 4” (3. Auflage: Deutsche Erstausgabe Oktober 2001, ISBN 978-344-216-350-2) von Dr. Christopher Green. Erschienen im Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH.
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