Gesundheit & Ernährung

Rückbildung – Fitness nach der Schwangerschaft

Mit der Geburt des Kindes hat sich der Bauch bei der frischgebackenen Mutter noch längst nicht erledigt. Viele Mütter wollen nach der Schwangerschaft gerne schnell und effektiv wieder zu ihrer alten Figur zurück kehren. Die Medien erwecken den Eindruck, dass dies ein Kinderspiel sei, indem sie zeigen wie Stars und Sternchen in Windeseile wieder zu ihrer alten Figur kommen. So schwebte z.B. das Model Heidi Klum kurz nach der Geburt ihres vierten Kindes wieder über den Laufsteg, als ob sie nie schwanger gewesen wäre. Ein hängender Bauch oder sonstiges schlaffes Gewebe waren hier Fehlanzeige.

Was bei den Promis so leicht aussieht, erweist sich in der Realität für die Durchschnittsfrau etwas schwieriger. Schließlich kann sich nicht jeder einen Personaltrainer leisten, der einen in Nullkommanichts wieder zur alten Figur bringt. Hier führt einen nichts an der Rückbildung vorbei, die den Körper schrittweise wieder zur alten Form bringt.

Es ist nicht ratsam direkt nach der Geburt mit einem straffen Sportprogramm zu beginnen. Nach der Schwangerschaft müssen als Erstes der Beckenboden und die Bauchmuskeln wieder aufgebaut werden. Die Rückbildungsgymnastik dient dabei nicht nur kosmetischen Aspekten. Viel wichtiger überwiegen hier die gesundheitlichen Gründe. So kann eine schlechte Rückbildung der Bauchmuskulatur zu Haltungsfehlern im Rücken und im Beckenbereich führen. Als Folge dessen sind dann u.a. Rücken- und Hüftschmerzen möglich. Aber auch ein mangelndes Training für die Beckenbodenmuskulatur wirkt sich dauerhaft negativ auf den Gesundheitszustand aus, da dies in späteren Jahren zur Inkontinenz führen kann. In jungen Jahren mag man sicherlich kaum daran denken, jedoch gehört dieses Problem zu jeder Schwangerschaft dazu.

Mit der Rückbildungsgymnastik sollte frühestens sechs Wochen nach der Geburt begonnen werden. Insgesamt ist es jedoch nie zu spät mit der Rückbildung anzufangen. Dabei kann man die Rückbildung entweder zu Hause machen oder man besucht einen Kurs. Beides hat sicherlich seine Vor- und Nachteile. Die Rückbildung zu Hause verlangt von einem entsprechende Motivation und Eigeninitiative. Man hat hierbei die Möglichkeit sich die Übungen jeden Tag selbst ein zu teilen. Wer sich hierfür noch entsprechendes Lehrmaterial besorgt, hat ferner den Vorteil, dass die Übungen nicht vergessen werden und man immer mal wieder nachschauen kann. Wenn man bereits ein Kind hat, hat die Rückbildung zu Hause sicherlich auch den Vorteil, dass man gemeinsam ein wenig turnen kann.

Wer sich für einen Kurs entscheidet, hat zunächst einmal den Druck diesen auch zu besuchen, da man für diese Leistung schließlich bezahlt hat. Jedoch hat man sicherlich nicht immer die Motivation dafür zu einem bestimmten Zeitpunkt auch noch den Kurs besuchen zu müssen z.B. wenn die Nacht mit einem Baby wieder besonders anstrengend war. Positiv an einem Kurs ist der soziale Aspekt: Man bekommt hier die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen und mal wieder mit “normalen” Menschen zu reden als immer nur mit dem Baby. Nachteilig hingegen ist die Tatsache, dass man sich die Vielzahl der Übungen nicht immer merken kann und sein Repertoire auf die Übungen beschränkt, die am häufigsten durchgeführt worden sind.

Bei einem Rückbildungskurs sollte man ferner noch entscheiden, ob man diesen alleine durchführt oder sich einen auswählt, wo das Baby mit dabei sein kann. Gerade bei letzerem kommt dann wieder erschwerend hinzu, dass man sich während des Kurses auch noch um das Kind kümmern muss und die Hälfte der Übungen vermutlich gar nicht mitbekommt. In wie fern dies dann effektiv ist, muss jeder am Ende für sich selber entscheiden.

Die optimalste Lösung ist sicherlich eine Kombination von Kurs und Buch, welches einen dauerhaft als Nachschlagewerk begleitet. Ansonsten kann man auch beim Kursleiter bzw. bei der Kursleiterin nachfragen, ob nicht eine Übersicht der Übungen vorhanden ist. Manchmal reicht diese als Gedächtnisstütze um sich an die einzelnen Übungen zu erinnern, was zusätzlich die grauen Zellen trainiert.

Fest steht, dass man im jeden Fall Zeit für die Rückbildung einplanen muss, insbesondere nach der Schwangerschaft. Vor allem wenn man große und schwere Kinder gebärt hat, ist dieses Thema unausweichlich, wenn man dauerhaft etwas von seiner Gesundheit haben möchte.

Persönlich hatte ich nach der ersten Schwangerschaft einen Kurs besucht, was bei mir am Ende aber eher in Unlust endete und ich schon ein wenig genervt war davon. Die Freude an der ganzen Sache war bei mir durch diesen Pflichttermin und dem anfänglichen Stress mit dem ersten Kind relativ schnell verflogen. Außerdem habe ich kaum etwas aus diesem Kurs mitgenommen. Daher habe ich mich diesmal für die Variante entschieden, die Rückbildung zu Hause mit Hilfe eines Buches zu machen. Ich hoffe damit wesentlich erfolgreicher zu sein. Zumindest die Notwendigkeit der Rückbildung ist mir bewusst. Außerdem kann ich mir die Übungen über den Tag verteilt einteilen und vielleicht unsere Tochter ein wenig mit einbinden.

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