Entwicklung & Erziehung

Unproportionale Kinder

Beim prüfenden Blick auf unser Baby fiel meinem Mann kürzlich auf, wie unproportioniert der Kleine im Vergleich zu unserer Tochter noch ist. An diese Erkenntnis, dass ein Baby wirklich anders gebaut ist als Kleinkinder und natürlich Erwachsene, müssen sich Eltern gewöhnen. Auch wenn mit dem Eintritt in das zweite Lebensjahr das so genannte Längenwachstum einsetzt, so erleben Kinder und Jugendliche immer wieder Phasen, in denen ihr Körperbau eine gewisse “Unproportioniertheit” vorweist.

Diese wachstumsbedingte Anpassungen der Körpergröße sind jedoch kein Grund zur Besorgnis. Kinder fangen bereits nach dem ersten Lebensjahr an, wesentlich proportionierter zu wirken. Zunächst verändert sich der Bauchbereich und das Baby wächst in die Länge. Dies ist wichtig für die menschliche Entwicklung, um entsprechende Bewegungen zu erlernen und diese gut koordiniert durchzuführen. Der kleine Babybauch verschwindet zunehmend, ebenso wie die kleinen Babyspeckfältchen, was zusätzlich durch die Fähigkeit des Laufens unterstützt wird.

In diesen Wachstumsphasen kommt es auch häufig dazu, dass z.B. Füße und Hände schneller wachsen als Beine und Arme. Dies wird vor allem bei Jugendlichen sichtbar, die dann oftmals recht tollpatschig wirken und größere Schuhe tragen. Jedoch holen Arme und Beine oftmals recht schnell auf. Es ist also nur eine Frage der Zeit.

Das Wachstum von Kinder entwickelt sich somit insgesamt unproportional und nicht gleichzeitig, wie man es erwarten würde. Erstaunlich ist dabei, dass der Schädel bereits mit vier oder fünf Jahren bereits seine Endgröße erreicht hat, wobei sich jedoch die anderen Bereiche des Kopfes noch weiter entwickeln. Aber wenn man bedenkt, dass Babys im Verhältnis gesehen mit einem großen Kopf geboren werden, muss dieser sich irgendwann dem Wachstum des restlichen Körpers anpassen.

Und wer sich dafür interessiert, wie groß seine Kinder in etwa werden: Man addiere die Körpergröße der Eltern und teilt sie anschließend durch zwei. Bei Mädchen zieht man sechs Zentimeter ab, während man bei Jungen neun Zentimeter dazu addiert. Persönlich halte ich solche Berechnungen für unnütz, da man immer wieder Eltern sieht, deren Kinder ihnen eindeutig über den Kopf gewachsen sind und andere, wo die Kinder gerade so an die Größe der Eltern heranreichen.

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