Marketing & Media

Nido lebt

Bereits zur Markteinführung der Elternzeitschrift “Nido – Wir sind eine Familie” schrieb ich vor etwas mehr als einem Jahr einen Artikel. Wie oft bei neuen Produkten, hatte der neue Printtitel zu dieser Zeit noch eine recht ungewisse Zukunft. Doch das Interesse von mir und meinem Ehemann war geweckt, und wir wollten dieses Magazin für junge Eltern gerne im Auge behalten. Der Nido lag ein gutes Konzept zu Grunde – und mittlerweile kaufen wir die Nido nahezu jeden Monat druckfrisch im Handel, seitdem sich der Verlag Gruner+Jahr dazu entscheiden konnte, die Nido in monatlicher Regelmäßigkeit erscheinen zu lassen.

Bei der Nido fällt uns relativ schnell auf, dass die Redaktion im Gegensatz zu anderen Titeln einen gewissen Anspruch hat. Die Zeitschrift unterscheidet sich von anderen Elternmagazinen dadurch, indem verschiedene Themen, wie z.B. Reisen mit Kind oder das breite Themenspektrum der Kindererziehung, dem Leser anders vermittelt werden. Sehr oft lesen wir eher Erfahrungsberichte, anstatt plakative Theorie oder Ratschläge von Wissenschaftlern. Bestimmte Artikel bleiben zumindest bei mir persönlich im Gedächtnis hängen, wobei manchmal auch offene Fragen beantwortet werden, auf die ich mir bei anderen Autoren schon eine Antwort gewünscht hätte. Die Nido liefert verschiedene Vorschläge zu bestimmten Themen, aber die beste Lösung für die individuelle Lebenssituation müssen wir Eltern am Ende aber alleine finden. So wie uns es der Alltag üblicherweise lehrt.

Die Artikel selbst sind gut geschrieben und zeigen Themen auf, die mitten aus dem Leben entstehen und einen auch schon einmal nachdenklich stimmen lassen. Besonders die Themen aus dem Bereich “Gesellschaft” interessieren uns. Schließlich gibt es Kinder nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Die Leser verstehen, mit welchen Problemen andere Familien zu kämpfen haben – sowohl in unseren heimischen Gefilden, als auch im Ausland. Und man merkt sehr schnell, dass die deutsche Familienpolitik sich zu einer gesellschaftlichen Dritte-Welt-Politik verlagert. Die Nido zeigt eindrucksvoll, dass andere europäische Länder den Deutschen weit voraus sind, andere jedoch auch weit hinter her hinken. Doch auch beim Thema “Wirtschaft und Geld” finden sich immer wieder interessante Artikel, denn Kinder ohne Geld groß zu ziehen, ist heutzutage nahezu unmöglich. Dies ist in unserer modernen Welt nun einmal eine Tatsache.

Übersichtlich und gut gemacht sind die Seiten mit den kurzen Daten, Zahlen und Fakten. Hier finden sich auch interessante Internetadressen für tolle Geschenkideen oder andere Produkte, die man als Eltern für seine Kinder unbedingt kaufen muss. Diese verschiedenen Dinge werden kurz und knapp vorgestellt, was im urbanen Alltags-Dschungel schon sehr hilfreich sein kann. Bei Wohnideen stellt die Redaktion der Nido ganze Familien vor und bietet den Lesern einen kleinen Einblick in das Leben dieser Familien aus aller Welt.

Manche Themengebiete der Zeitschrift hingegen interessieren uns weniger, was vermutlich an unseren persönlichen Interessen liegt. Dazu zählt so manches Mal die Themenwelt für Mode, wobei ich mich persönlich nicht unbedingt als unmodisch bezeichnen würde. Aber einige Sachen sind mir einfach zu ausgefallen für meine Kinder. Auch mit einigen Kolumnen konnte ich nicht so richtig etwas anfangen. Generell sollten Zeitschriften gerne drauf verzichten oder die Kolumnen zumindest auf maximal ein oder zwei pro Ausgabe reduzieren.

Insgesamt finden wir die Nido mit ihrem bunten und doch recht anspruchsvollen Themen-Mix sehr lesenswert. Die Texte lesen sich flüssig und ich muss nicht bei jedem Abschnitt denken “Das sollte ich mir jetzt für die Zukunft merken!” Der Unterhaltungswert steht in einem gesunden Verhältnis zu den Daten, Fakten und dem vermittelten Wissen – was diese Zeitschrift auch ein wenig besonders macht und somit eine Kaufempfehlung darstellt.

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