Eltern & Familie

Wandern mit Kindern

Endlich werden die Tage wieder länger und der Frühling naht. Je wärmer es wird, desto eher möchten wir mehr Zeit in der freien Natur verbringen. Eine der beliebtesten Aktivitäten in unserer Familie sind die Wanderausflüge. Mittlerweile sind wir dafür auch sehr gut ausgerüstet, so dass wir mit unseren Sprößlingen ohne größere Herausforderungen durch Berg und Tal gehen können. Aber nach der Geburt unseres ersten Kindes mussten wir feststellen: Mit einem kleinen Kind zu wandern ist gar nicht so einfach. Wir mussten erst verstehen, dass wir uns nicht mehr alleine auf Achse begeben konnten. Vielmehr mussten wir einige Punkte für das Wandern mit Kindern beachten, damit es ein Spaß für die ganze Familie wird. Davon möchte ich meinen Lesern ein wenig erzählen und ein paar Tipps geben.

Die Nummer Eins beim Wandern in der Familie
Jede Familie sollte so lange mit dem Wandern abwarten, bis die Kinder von alleine sitzen können. Sobald diese Voraussetzung erfüllt ist, kann mit dem Kauf der Grundausstattung begonnen werden. Zu den wichtigsten Utensilien zählt eine robuste Kindertrage, die wie ein Rucksack getragen wird. Beachten sollte man dabei, dass die Kindertrage einen stabilen Hüftgurt besitzt, auf dem während des Wanderns nahezu das gesamte Gewicht des Kindes getragen wird. Auch die Schultergurte der Kindertrage sollten angenehm bei Mutter und Vater sitzen. Deswegen sollten auch beide Elternteile die Kindertrage selbst einmal mit und ohne Kind im Gepäck ausprobieren. Je nach dem wo und wann man wandert, empfiehlt sich, die Trage mit einem Sonnenschutz auszustatten, der entweder bereits integriert ist oder als erweiterbare Option hinzugekauft werden kann. Zudem hilft bei Wind und Wetter auch ein integrierter Regenschutz, der über den Kopfbereich des Kindes gespannt wird.

Für das Kind sollte die Sitzhöhe gemäß der Körpergröße einstellbar sein. Die Trage sollte Gurte besitzen, mit dem das Kind im Sitz gesichert werden kann und selbstverständlich nicht frei herumturnen kann. Schließlich wird das Kind auf mehr als einem Meter Höhe getragen – ein Sturz durch Herausfallen sollte selbstverständlich vermieden werden. Weiterhin sorgt ein Ruhekissen für das Gesicht des Kindes für einen einigermaßen ruhigen Schlaf beim Wandern. Die kleinen Zwerge können schnell durch die wiegenden Bewegungen beim Wandern einschlafen. Als Ergebnis fällt der Kopf entweder nach hinten, zur Seite oder auch nach vorne. Daher muss die Kindertrage im Kopfbereich sehr weich gepolstert sein. Die Trage sollte zudem über ausreichend Stauraum verfügen, um die weiteren notwendigen Accessoirs zum Wickeln, zusätzliche Kleidung oder zur Brotzeit entsprechend verstauen zu können. Man möchte ja schließlich nicht noch einen zweiten Rucksack mit sich schleppen, denn ein wenig Freiheit beim Wandern tut dem jeweils anderen Partner sicherlich gut und erleichtert einen Wechsel beim Tragen.

Was muss ich für den Wanderausflug mitnehmen?
Einpacken sollte man in jedem Fall ausreichend Essen und Getränke für alle Wanderlustigen. Mit Kindern sollte man jederzeit damit rechnen, dass die ganze Wanderung wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als geplant. Auch Windeln, Frischetücher, Ersatz- und Zusatzkleidung sind notwendig, um in den Wanderpausen die Kinder zu versorgen. Ein unbedingtes Muss ist die Erste-Hilfe-Tasche für den Notfall. Schließlich kann jeder beim Wandern stürzen oder sich verletzen, so dass zumindest Schnittwunden bei Eltern und ihren Kindern schnell versorgt werden können. Ohne aufgeladenes Mobiltelefon sollten Familien niemals auf Wanderschaft gehen, denn bei manchen schlimmeren Verletzungen oder Stürzen kann die notärztliche Versorgung das Leben retten.

Sicherlich fällt irgendwann das eine oder andere Accessoire bei älteren Kindern weg, schließlich reifen die Kinder schnell – und müssen nicht noch mit drei Jahren in der Kindertrage transportiert werden. Anstelle dieser Fracht treten auf einmal ganz andere Dinge, welche die kleinen Entdecker mitnehmen wollen: eine Lupe, der eigene Naturführer, ein Kompass oder Taschenlampen. Diese Dinge unterstützen sie auf ihrer eigenen Erkundungstour, während sie die Natur entdecken und bei der Wanderung auch etwas dazu lernen können. Ab einem bestimmten Alter bietet sich auch ein eigener Rucksack für die Kinder an, der an die Größe des Kindes angepasst wird. Man sollte beim Kauf darauf achten, dass der Kinderrucksack im leeren Zustand nicht zu schwer ist. Schließlich wird er irgendwann voll gepackt und muss vom Kind geschleppt werden. Ein voller Rucksack erschwert das Auffinden von Dingen und ein zu hohes Gewicht lässt die Kleinen schnell ermüden. Mit müden Kindern zu Wandern ist wahrlich keine Freude für alle Beteiligten, wenn man erst die halbe Strecke zurückgelegt hat und sich auf den Rückweg machen muss.

Je nachdem, wann und wo man wandert, kann die Kleidung der Kinder auch bei bestem Wetter sehr schnell nass werden. Tau auf den Wiesen oder im Unterholz, aber auch nebelige Felder geben viel Nässe an die Kleidung ab. Ab einem gewissen Alter möchten die Kinder die Wanderstrecke mit den Eltern gemeinsam erkunden und können dabei schon extrem schmutzig werden. Schmutzhosen sind auch bei der Wanderschaft nicht verkehrt, und wer darauf verzichten möchte, sollte gegen die Nässe und den Dreck einen zweiten Satz Bekleidung mitnehmen.

Wie wähle ich die richtige Wanderkleidung?
Für sonnige Tage empfiehlt sich, ausreichend Sonnenschutz für Eltern und Kind einzuplanen: Dazu zählen Sonnencremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor und lange, dünne Kleidung. Das Risiko eines Sonnenbrandes wird dadurch minimiert, zumal Kinder einerseits schneller einen Sonnenbrand bekommen und man sich manchmal mit der Länge des Sonnenaufenthaltes verschätzt. Die lange Kleidung hilft zudem auch an heißen Tagen, sich gegen Zecken oder andere Parasiten zu schützen. Nicht ohne Grund sollten Erwachsene und Kinder lange vor dem Wandern gegen die von Zecken übertragenen Krankheiten geimpft sein. Eine adäquate Kopfbedeckung hilft wiederum gegen die Sonne. Neben denn üblichen Mützen und Sonnenhüten bieten sich hier funktionalle Tücher an, die auch mal im Piratenstil gebunden werden können. Bei schlechterem Wetter eignen sich Kaputzen, die an Pullovern, Shirts und Jacken integriert sind oder mit Druckknöpfen und Reißverschlüssen befestigt sind.

Wie vermutet, hängt die Auswahl der Kleidung immer vom Wetter ab. Kleine Kinderhaut muss in jedem Fall bei Wind und Wetter gut geschützt werden. Auch mit Temperaturunterschieden muss man rechnen. Gerade in Wäldern und im Gebirge kann es wesentlich kühler sein als in der Stadt oder auf dem freien Feld. An warmen Tagen sollten selbst kleinere Kinder lange dünne Sachen tragen. Im Einzelhandel finden sich gute sommerliche Kleidungsstücke, die zudem gegen UV-Licht schützen. Im schattigen, aber durchaus warmen Wald, sind dann auch Ziphosen praktisch. Diese Hosen können in der Beinlänge mit Reißverschlüssen variiert werden. Bei Kindern sollten die Hosen ebenfalls über ausreichend Taschen verfügen, damit sie gesammelte Schätze, wie Steine, Nüsse, Beeren oder Tannenzapfen, selber schnell verstauen können. Ähnlich sieht es bei den Wanderhemden aus: Die langen Ärmel können oftmals praktisch umgeschlagen werden und mit Hilfe einer Schlaufe und eines Knopfes rutschsicher befestigt werden.

Bei Regen ist wasserundurchlässliche Kleidung ein Muss, bei Kälte sollten die Kinder warm eingepackt werden. Oftmals bietet sich der Zwiebelschalen-Look an, bei dem mehrer dünne Kleidungsschichten übereinander getragen werden. Dies hält nicht nur warm, sondern ist auch praktisch: Oftmals wandert man in den frühen, frischen Morgenstunden los und muss sich im Laufe der Wanderung aufgrund der zunehmenden Wärme der einen oder anderen Schicht entledigen.

Wie finde ich das passende Schuhwerk?
Herkömmliche Sportschuhe bieten für Wanderungen einfach nicht genug Profil. Sie sind zwar bequem, aber bieten auf rutschigen Wegen kaum einen Halt. Was wäre schlimmer, als mit dem Kind in der Kindertrage aufgrund schlechter Schuhe zu stürzen? Was für die Erwachsenen gilt, wird ab einem bestimmten Alter bei den Kindern auch notwendig. Wenn die Füße nicht mehr so schnell wachsen, lohnt sich bei Kindern ab ca. Größe 25-27 schon die Investition in vernünftige Wanderschuhe. Diese sind dann oftmals robust genug, um sie auch im Alltag und auf dem Spielplatz zu nutzen. Je nach Jahreszeit und Wanderroute sollte man dann auf feste Wanderschuhe oder Wandersandaletten zurückgreifen.

Wo wandert es sich am Besten?
Eine Wanderung mit Kindern bedarf im Vorfeld oftmals eine genauere Planung über die Route. Dazu zählt, dass man eine Wanderroute so auswählt, die nicht zu lang ist. Dabei spielt das Alter der Kinder und die Wandererfahrung der Eltern sicherlich eine entscheidende Rolle. Größere Kinder sind bereits in der Lage, den einen oder anderen Kilometer mehr zu wandern. Bei kleineren Kindern ist es wichtig, die Balance zwischen den Phasen in der Kindertrage und denen des Auslaufes zu finden. Auch Babys, die bereits krabbeln können, wollen nicht stundenlang in einer Trage verharren. Außerdem sollte man abschätzen, ob eine Route von den Gefahren her für die Kinder geeignet ist. Während größere Kinder aufgrund ihres besseren Gleichgewichtssinnes schon mal einen schmaleren Weg entlang gehen können, sollte man bei kleinen Kindern bedenken, dass diese schnell mal stolpern und das Gleichgewicht verlieren. Aber auch der Entdeckergeist will bei großen und kleineren Wanderern befriedigt werden, daher sollte für jeden etwas interessantes auf der Strecke sein, was er gerne sehen möchte. Wer in gänzlich unbekannten Regionen wandern möchte, sollte sich ein GPS-Navigationsgerät mit Karten der Wanderregion zulegen. Diese Geräte sind mittlerweile preislich für fast jeden Geldbeutel erschwinglich, und man kann auch in einem heißen Sommer seinen Weg finden, wenn die Natur die Trampelpfade vollständig bis zum Horizont überwuchert.

Doch am Wichtigsten beim Wandern ist, wenn die Kinder den Wanderausflug mit den Eltern genießen und den Tag in positiver Erinnerung behalten. Nur so klappt es auch dauerhaft mit dem Nachwuchs auf Wanderschaft zu gehen. Der Spass an der Bewegung und der Entdeckung sollte zu jeder Zeit im Vordergrund stehen und nicht in Stress enden. Schnürt Eure Schuhe fest – und auf geht’s!

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Beim Wandern mit unseren Kindern haben wir immer wieder festgestellt, wie wichtig die passende und im Winter vor allem Warme Kleidung ist. Wenn das passt dann ab in die Kraxe und los gehts.

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