Mit netzofant zu mehr Medienkompetenz
Für Eltern sollte diese Situation ziemlich unheimlich sein: Die eigenen Kinder unterhalten sich mit fremden Leuten, während die Eltern aber direkt daneben stehen und eigentlich gar nichts mitbekommen. Kann das denn sein? Solch eine Situation ist einfach unmöglich! Aber leider finden solche Konversationen unsere Kinder fast rund um die Uhr statt. Dank des Internets und dessen kommunikativer Möglichkeiten kann theoretisch jeder fremde Mensch, der ein reges Interesse daran hat, mit unseren Kindern kommunizieren. Schließlich verbringen Kinder immer öfter die Zeit vor dem Computer, anstatt wie unsereins an der frischen Luft oder mit den Freunden im echten Leben hautnah zu spielen. Eltern wissen meistens nichts davon oder müssen manchmal hilflos zuschauen.
Das Zauberwort und damit ein Teil der Lösung dieses Problems lautet „Medienkompetenz“. Der richtige Umgang mit Medien erweist sich in unserer schnelllebigen Welt immer bedeutsamer. Das Thema Internet betrifft mittlerweile sogar die Kleinsten, schließlich besitzen viele Kinder bereits in jungen Jahren iPads, Computer und Smartphones – oder haben durch ihre Eltern einen einfachen Zugang. Selbst Fernsehgeräte ermöglichen zunehmend einen teilweise freien Zugang zum Internet, aber auch Spielekonsolen können mit wenigen Handgriffen mit dem Internet verbunden werden. Die fortschreitende Mobilität der Geräte wirkt noch weiter unterstützend, so dass Kinder immer früher in Kontakt mit dem Internet kommen. Während anfangs das quengelige Kleinkind ein Video sehen darf, oder ein einfaches Spiel auf dem iPhone erlaubt wird, ebnet den Weg für das Internet als wesentlicher Bestandteil des noch jungen Lebens. Das Spektrum für die ersten Berührung mit dem Medium Internet lässt sich beliebig fortsetzen, bis dies im weiteren Verlauf in der Informationsrecherche für die Schule mündet und in der Pflege von Kontakten in Social Networks endet. Die Nutzung dieser neuen Medien muss jedoch sinnvoll von den Eltern gestaltet werden und sollte nicht freizügig erfolgen.
Ein richtiger Umgang mit den neuen Medien erweist sich als unabdingbar in Anbetracht der potenziellen Gefahren, welche die zahlreichen Angebote mit sich bringen. Nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder und Lehrer sollten sich dieser Tatsache bewusst werden: Das Internet eignet sich hervorragend zur Information, Unterhaltung und Kommunikation, jedoch gibt es neben den guten Dingen viele Grauzonen oder noch dunklere Bereiche, die für die Entwicklung unserer Kinder keinesfalls förderlich sind. Darauf aufbauend wurde jüngst das regionale Projekt „netzofant: Medienkompetenz für Pänz“ ins Leben gerufen. Als Ziel des neuen Projektes soll Medienerziehung als fester Bestandteil in die Lehrpläne von Grundschulen integriert werden. Eine kindergerechte und alltagstaugliche Aufbereitung des Themas “Medienkompetenz” bildet dabei die entscheidende Grundlage. Ein interdisziplinäres Expertenteam möchte Grundschulkindern, Eltern und Lehrern das Thema “Umgang und Sicherheit im Internet” näher bringen. Das soziale Projekt wurde von neolog consulting und result gmbh ins Leben gerufen.
Neben den geplanten Informationsabenden, um Eltern und Lehrer mit dem nötigen Wissen zu versorgen, wird der Fokus auf den direkten Kontakt mit den Grundschülern gelegt. Speziell hierzu wurde ein Lehrplan entwickelt, welcher folgende Teilbereich abdeckt:
- Allgemeine Einführung zum Thema Internet (Was ist das, wofür kann man es nutzen, wie funktioniert es?)
- Datenschutz und Privatsphäre (Sicherheit geht vor!)
- Sicheres Kindernetz (sichere Alternative zu SchülerVZ etc.)
- Internet als Wissensdatenbank (Recherche im Netz)
- Zeitgefühl (Wie viel Zeit im Netz ist okay?)
- Überprüfung der erlernten Kompetenzen
Die Kinder sollen nicht nur die verschiedenen Nutzungsformen des Internets kennenlernen, sondern auch die Gefahren des Internets abschätzen können und lernen wie man sich sicher im Netz bewegt. Spezifische, altersgerechte Netzwerke mit den korrekten Einstellungen hinsichtlich der Privatsphäre stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Themen zur Recherche sowie der Umgang mit den Informationen und die Verweildauer im Internet, welche insbesondere durch mobile Endgeräte schnell ein gesundes Limit überschreiten kann.
Gestartet wird mit dem Projekt an der Gemeinschaftsgrundschule Kürten-Olpe. Hierzu erlernt die dritte Klasse im Rahmen von 10 Doppelstunden die wichtigsten Regeln im Umgang mit dem Internet. Anschließend ist geplant, dass pro Jahr eine weitere Schule besucht wird. Anschließend erhalten die Schulen ein Siegel in Form eines Logos. Dieses soll auch nach außen hin transportieren, dass man das Thema “Medienkompetenz” an der Schule ernst nimmt.
Begleitet wird das Projekt durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, um das Thema “Medienkompetenz für Kinder” für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Ferner liegt dem Projekt ein nachhaltiges Informationsmanagement am Herzen. Hierzu werden ein Blog sowie eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, um über aktuelle Geschehnisse zu den Themen Datenschutz und Sicherheit, Recherche im Netz, sicheres Schülernetz und Spiele auf dem Laufenden zu halten.


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