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Chemische Belastungen führen zu weniger männlichen Geburten

Wir leben in einer Welt des Fortschrittes. Doch der Preis denn wir dafür dauerhaft bezahlen, ist immer wieder fraglich. Dies betrifft auch das Thema Schwangerschaft und Geburt. Studien zeigen, dass in den Industrienationen immer weniger Jungen geboren werden. Normal ist in Industrienationen ein leichter Jungenüberhang von durchschnittlich etwa 5 Prozent, d.h. auf 100 Mädchen kommen 105 Jungs. In Deutschland jedoch erblicken z.B. heute rund 0,5 Prozent weniger Jungen das Licht der Welt als noch vor 60 Jahren.

Auf den ersten Blick erscheint dieser Rückgang minimal, jedoch gibt diese Tendenz den Wissenschaftlern langfristig einen Anlass zur Sorge. Männer brauchen einen gewissen Vorsprung bzw. Überhang gegenüber der Geburt von Mädchen, da sie statistisch gesehen anfälliger für Unfälle, Krankheiten und Gendefekte sind. So ist es nicht verwunderlich, dass in jeder Altersklasse mehr Männer als Frauen sterben. Daher ist ein gewisser Überschuss an männlichen Geburten wichtig.

Junge Der Trend, dass immer weniger Jungen geboren werden, lässt sich weltweit beobachten. Studien zu diesem Thema zeigen nicht nur, dass weniger Jungen geboren werden, sondern auch dass die Hodenkrebsraten steigen, dass sich bei neugeborenen Jungen genitale Missbildungen häufen und die Spermienzahlen sinken. Die Studien stammen vor allem aus Asien, Amerika und Europa, was Deutschland mit einschließt.

Doch was sind die Ursachen hierfür? Im Visier der Forscher steht die  chemoindustrielle Verschmutzung des Grundwassers, der Gewässer und des Ackerlandes. Dabei vermuten Experten, dass unter anderem Schadstoffe, die bei der industriellen Lebensmittelproduktion entstehen, mit verantwortlich für diesen Trend sind. Die Theorie lautet, dass synthetische Chemikalien auf unterschiedliche Weise Einfluss auf die Befruchtung der menschlichen Eizelle haben. Dadurch wird die Entwicklung männlicher Föten erschwert oder sogar verhindert.

So zählt die Chemikalie Bisphenol A (BPA) nach den neusten Erkenntnissen zu den Schadstoffen, die für den Rückgang von männlichen Geburten mit verantwortlich ist. Zu finden ist sie in vielen Plastikflaschen und bei inneren Beschichtungen von Dosen. Bei Wärme kann sie sich lösen und gelangt über die Flüssigkeit in den Körper. Eine Zeit lang erregte Bisphenol A bereits sehr viel Aufmerksamkeit, weil es in Schnullern und Saugern von Babyflaschen vorkam. Hier versprachen die Hersteller Besserung und seit einiger Zeit liest man auf den entsprechenden Babyprodukten den Hinweis “Bisphenol-A-Free” und ähnliches.

Bisphenol A imitiert im Körper das Verhalten von Östrogenen. Dadurch wird der männliche Entwicklungsprozess der Embryonen gestört. Doch Bisphenol A ist nicht die einzige schädliche Chemikalie, die den Rückgang an Jungengeburten zu verantworten hat. Die Liste entsprechender Stoffe ist weitaus länger, wobei die Aufnahme der verdächtigen Chemikalien ganz zu verhindern nahezu unmöglich ist. Nicht nur Nahrungsmittel sondern auch Wasser und die Luft sind mit Dioxinen, Insektiziden wie DDT und Weichmachern wie Phthalaten belastet, die die Wahrscheinlichkeit der Geburt eines Jungen verringern können. Um das Risiko zu mindern ist es hilfreich auf eine fettarme Ernährung zu achten, denn Fett speichert viele der giftigen Stoffe.

Das man solche Studien zu diesem Thema prinzipiell sehr ungerne veröffentlicht ist eine andere Sache. Einerseits wissen viele Forscher, welche Stoffe in wie fern gefährlich sind. Andererseits bezahlt die Industrie für die Forschung. Das sich hier ein Teufelskreis ergibt ist dabei offensichtlich. Die Leidtragenden sind neben den Eltern mal wieder die Kinder, die es in der Zukunft noch schwerer haben werden.

Der vollständige Artikel zu diesem lässt sich bei MensHealth.de finden und regt in jedem Fall zum Nachdenken an.

Kategorien: Gesundheit & Ernährung
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Babyschnuller mit Bisphenol-A-belastet

Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat Babyschnuller getestet. Dabei kam heraus, dass viele Babyschnuller mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet sind. In den zehn getesteten Schnullern wurde Bisphenol A nachgewiesen, welches in Verdacht steht Unfruchtbarkeit, Schädigung der Gehirnentwicklung und Brustkrebs hervorzurufen.

Gerade Säuglinge und Kleinkinder reagieren empfindlich auf solche hormonartigen Stoffe. Bei ihnen entwickeln und wachsen die Organe noch und Hormone haben hier einen wichtigen Einfluss darauf. Die künstlichen Hormone können das empfindliche Gleichgewicht der natürlichen Hormone stören.

Bei dem Test wurde die höchste Konzentration von Bisphenol A in den Kunststoffschildchen festgestellt, die den eigentlichen Schnullersauger halten. Dabei bestanden neun von zehn Kunststoffschildchen aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. Dabei wurden Konzentrationen von Bisphenol A zwischen 200 und fast 2300 Milligramm pro Kilogramm festgestellt in den Schildchen.

Aber auch in verschiedenen Saugteilen wurde dieses Hormon gefunden. Darunter befinden sich die Latex-Schnuller von Babysmile, Dentistar, Babylove und NUK. Bei den untersuchten Silikon-Schnullern befand sich in einem Schnuller von Avent dieses Hormon, wo bei bei den Silikon-Schnullern die Werte zwischen 80 und 400 Milligramm pro Kilogramm lagen.

Man vermutet, dass das Bisphenol A aus den Hartkunststoff-Schildchen in den weichen Saugteil diffundiert ist. Bisphenol A besitzt eine hohe Mobilität. Ferner hatten wiesen Sauger mit einer hohen Bisphenol-A-Konzentration eine ebenso hohe Konzentration der Chemikalie in den Kunststoffschildchen auf. Durch den BUND wird ferner angenommen, dass Bisphenol-A bereits in den Ausgangmaterialen verwendet worden ist.

Sicherlich sollten Kinder nur den Sauger in den Mund nehmen. Doch jeder der sich mit kleinen Kindern auskennt, weiß dass Kinder gerne alles in den Mund hinein stecken. Davon sind selbst die Kunststoffschildchen nicht ausgeschlossen. Aber selbst beim Saugen sind die Kinder im ständigen Kontakt mit den Kunststoffschildchen, da dieses die Lippen berührt.

Wer mehr zu diesem Thema und zu den getesteten Produkten erfahren möchte, kann dies hier tun.

Kategorien: Baby & Kind, Produkte & Tests
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