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Kinaesthetic Infant Handling

Per Zufall bin ich heute auf einen Artikel zum Thema “Kinaesthetic Infant Handling” gestoßen. Dieses Thema weckte unerwartet schnell meine Aufmerksamkeit, weshalb ich gerne an dieser Stelle darauf eingehen wollte.

Zunächst möchte ich den Begriff Kinaesthetic erklären: Unter diesem Begriff bezeichnet man die Erfahrungswissenschaft, welche sich mit den Bewegungskompetenzen als eine der zentralen Grundlagen des menschlichen Lebens auseinandersetzt. Es findet also ein Studium der menschlichen Bewegung statt, die für die Ausübung der Aktivitäten des täglichen Lebens erforderlich sind. Die Basis hierbei bilden die Erfahrung und die Wahrnehmung der eigenen Bewegung. Ein besonderes Interesse der Kinaesthetic gilt der Interaktion durch Berührung und Bewegung. Ziel ist es für eine erhöhte Achtsamkeit für die Qualitäten und Unterschiede der eigenen Bewegung in allen alltäglichen Aktivitäten zu sorgen.

Beim Kinaesthetic Infant Handling richtet man sich gezielt an Eltern und professionelle BetreuerInnen von Frühgeborenen, Säuglingen und Kindern. Ausgangspunkt hierbei ist die Annahme, dass Kinder ihre Bewegungsfähigkeiten und Bewegungsmuster auf der Grundlage der Interaktionen durch Berührung und Bewegung mit anderen Menschen lernen. Dabei spielt die Art und Weise, wie man ein Kind anfasst und wie man sich zusammen mit ihm bewegt eine zentrale Rolle. Dies hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich das Kind aktiv beteiligen kann, welche Bewegungsmuster und welches Verhalten es entwickelt.

Das Kinaesthetic Infant Handling hat seinen Fokus auf der Entwicklung der kindlichen Bewegung. Ein Kind sollte, egal wie alt es ist, je nach seiner Anatomie und nach seinem momentanen Zustand entsprechend so unterstützt werden, dass es einfach und variantenreich lernt, das Gewicht seiner Körperteile in der Schwerkraft zu bewegen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen zu sitzen und sich in sowie aus verschiedenen Positionen heraus fortzubewegen.

Die Interaktion durch Berührung und Bewegung sind zwischen Kindern und Eltern bzw. BetreuerInnen die erste und unmittelbare Form der (non-verbalen) Kommunikation. Dies bildet wiederum eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und Qualität der späteren kommunikativen Fähigkeiten eines Kindes. Das Handling selbst beeinflusst die Qualität der grundlegenden Gesundheits-, Entwicklungs- und Lernprozesse des Kindes. Mit dem Kinaesthetic Infant Handling können Eltern und BetreuerInnen den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder unterstützen. Schon frühzeitig für das Kind in die aktive Bewegung mit einbezogen.

Prinzipiell glaube ich, dass Kinaesthetic Infant Handling sich positiv auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. Persönliche haben wir – ohne das Wissen um dieses Kinaesthetic Infant Handling – uns von Anfang an bemüht, dass unsere Tochter sich stets aktiv an den Bewegungen und den Bewegungsabläufen aktiv beteiligen kann. Aber auch die Förderung der Sinne wie eben der Wahrnehmung und des Gleichgewichtssinn sind wichtig für Kinder, um Wahrnehmungsstörungen bzw. sensomotorischen Fehlintegrationen vorbeugen zu können. Als Eltern kann man bereits die Kleinsten jederzeit in ihren täglichen Bewegungen aktiv unterstützen, wie beispielsweise beim Wickeln oder beim Drehen vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt. Kinaesthetic Infant Handling ist daher eine weitere Möglichkeit, um Kinder im Alltag ohne großen Aufwand zu fördern. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “ELTERN!” widmet sich inhaltlich diesem Thema und zeigt viele konkrete Kinaesthetic Infant Handling-Übungen zum Nachahmen.

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