Weichmacher belasten Kindertagesstätten
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bietet Kindertagesstätten derzeit an, Staubproben aus deren Räumlichkeiten auf Schadstoffe analysieren zu lassen. Bisher wurden hierbei Stauproben von sechzig Kindertagesstätten untersucht mit erschreckenden Ergebnissen. (more…)
0 Kommentare“Tigerkids” als Präventionsmaßnahme
“Tigerkids” ist eine Präventionsmaßnahme von Adipositas in Kindergärten. Das Projekt wurde von der Stiftung Kindergesundheit ins Leben gerufen und wird von der AOK unterstützt.
Hintergrund ist, dass immer mehr Kinder übergewichtig sind oder gar unter Adipositas leiden. Dies kann wiederum zu weiteren schwerwiegenderen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten oder Problemen mit dem Bewegungsapparat führen. Auch psychische Beeinträchtigungen können aus dem Übergewicht und Adipositas resultieren.
Gerade im Kindergartenalter werden essentielle Grundlagen für spätere Bewegungs- und Ernährungsverhaltensweisen gelegt. Doch Kinder brauchen auch außerhalb des Kindergartens die Motivation und die Möglichkeit sich entsprechend zu ernähren und zu bewegen. Daher hat das Projekt zum Ziel die Eltern mit einzubinden.
Die Ziele des Projekts umfassen dabei laut eigener Aussage:
- Verhaltensänderung der ganz Kleinen, um ein gesundes, aktives Erwachsenwerden zu ermöglichen
- Förderung regelmäßiger Bewegung, die Spaß macht
- Gesundheitsfördernde Auswahl von Speisen und Getränken
- Handlungsorientiertes Erleben und Einüben gesunden Lebensstils
Das Projekt findet bei den Kindergärten sehr großen Anklang, so  dass man bei der AOK kaum noch hinter her kommt. Schön wäre es, wenn man das Thema gesunde Ernährung von vorn herein in den Kindergartenalltag integrieren würde. Regelmäßige Gesundheitswochen sollten eigentlich in jedem Kindergarten möglich sein. Schließlich bieten die meisten Kindergärten im Sinne des Bildungsauftrages regelmäßig verschiedene Themenwochen an.
Das Bewusstsein der Kleinen für Gesundheit im Vorschulalter erleichtert sicherlich einigen Kindern auch den Einstieg in den Schulalltag. Denn gerade Übergewicht kann ein Grund für Hänseleien sein mit weitreichenden Folgen. Und das Lernen in der Gruppe motiviert sicherlich wesentlich stärker, Â als wenn Mama oder Papa ständig etwas verbieten. Die Kleinen müssen verstehen lernen, wieso Süßigkeiten ungesund sind und welche Folgen sie mit sich bringen. Kinder müssen viel lernen und das Erlernen einer gesunden Ernährungsweise sowie ausreichender Bewegung gehört ebenso dazu wie viele andere Dinge. Und je mehr Spass die Kinder dabei beim Lernen am Ende haben, desto mehr Lernen die Kleinen am Ende fürs Leben – und das sollte am Ende das Wichtigste sein!
0 KommentareOffene oder geschlossene Kindergartengruppe
Sobald ein Kind das Kindergartenalter erreicht, stellt sich für viele Eltern die Frage: Sollen wir unseren Liebling in eine offene oder eine geschlossene Kindergartengruppe tagsüber abgeben? Natürlich ist die Frage nur relevant, wenn die Eltern überhaupt die Unterscheidung kennen. Sehr viele Eltern wissen davon nämlich nichts.
In einem offenen Kindergarten werden die Räume nicht nach den verschiedenen Altersbereichen abgegrenzt, so dass Gruppen von einjährigen oder vierjährigen Kindern gebildet werden. Jeder Raum wird funktionell so gestaltet, dass sie den Kindern unterschiedliche Spielmöglichkeiten einräumen und dabei das individuelle Erlebnis für das Kind fördern. Kinder können dann sich ihren persönlichen Interessen und Vorlieben entsprechend in einen Raum begeben und sich dort aufhalten. Dadurch kommen sie mit Kindern aus unterschiedlichen Altersstufen in Kontakt. Sie müssen lernen, sich untereinander zu arrangieren und sich an wechselnde Gruppenformationen anzupassen. Wie im späteren selbstständigen Leben in der Schule oder als junger Erwachsener sind diese lehrreichen Momente wirklich Gold wert.
Einerseits haben die Kinder die Möglichkeit dadurch, auf ihre Art und Weise etwas Neues sowie ihre eigene Umwelt immer stärker eigenständig und – ohne an der Hand geführt zu werden – selbst zu entdecken. Anderseits muss das Kind in der Lage sein, selbstständig Entscheidungen treffen zu dürfen, welches Angebot an Spielen oder Lernmaterial es abhängig von seiner persönlichen Einschätzung wirklich nutzen möchte. Das positive Ergebnis lässt sich also daran festhalten, dass das Kind seinen ganzen Tag im Kindergarten weitgehend selbst gestalten kann.
Kinder in einer offenen Gruppe müssen natürlich einige Fähigkeiten mitbringen. Sie müssen bereits in der Lage sein, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und aus dem vielfältigen Angeboten an Spielmöglichkeiten oder Lernmaterialien eine Wahl für sich zu treffen. Sie müssen offen und selbstbewußt genug sein, um mit anderen Kindern ständig in neuen Kontakt zu treten. Auch die ersten Ansätze zur Problem- und Konfliktlösung werden den Kindern intuitiv beigebracht. Hierfür ist ein gewisses Einfühlungsvermögen notwendig und das berüchtigte “mit dem Kopf durch die Wand”-Prinzip wird eigensinnigen Kindern sehr wenig helfen, wenn andere Kinder als ebenbürtige Partner in der Gruppe präsent sind. Ferner müssen Kinder in einer offenen Gruppe akzeptieren, dass sie keinen gleichmäßigen Tagesablauf haben, der in endloser Routine endet.
Im Gegensatz zu der bisherigen Darstellung der offenen Gruppen bleibt die Gruppe in einer geschlossen Kindergartengruppe immer unter sich. Die Aktivitäten werden gemeinsam ausgeführt – beginnend beim Frühstück über das Spielen und Mittagessen bis zum Nachmittagsschläfchen. Durch diese eingeübten, nahezu perfekt trainierten Regelmäßigkeiten in einer geschlossenen Gruppe wird dem Kind eine stabile Umgebung gegeben, aber die Individualität und das damit notwendige Entfaltungsvermögen des Kindes eingeschränkt.
Für die Beantwortung der Frage, welche Gruppe sich für welches Kind eignet, rät die Zeitschrift Eltern dazu sich folgende Fragen zu stellen:
1. Das Kind ist neugierig auf die Welt.
2. Es ist zuversichtlich, auch wenn es sich neuen Aufgaben gegenübersieht.
3. Es kann sich in andere einfühlen (“Ich frage Paul mal, warum er so traurig ist.”).
4. Es kann sich in neuen Gruppen schnell orientieren.
5. Es ist nicht völlig geknickt, wenn ein anderes Kind ihm sagt: “Mit dir spiele ich nicht”, sondern es sucht sich einen anderen Spielpartner.
Aber egal für welche Gruppenform Eltern sich für ihr Kind entscheiden: Im Vordergrund müssen immer die individuellen Bedürfnisse und persönlichen Wünsche der Kinder stehen. Eine Berücksichtigung ihrer momentanen Entwicklungsstufe sowie ihre Entfaltungswünsche spielen eine ebenso wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung. Die Kinder sollen sich im Kindergarten wirklich wohlfühlen können und auch gerne dahin wollen – ohne irgendwelchen Zwängen oder einem Druck ausgesetzt zu sein.
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