Joombee

Lukratives “Geschäft” mit Frühchen

Als Schwangere beschäftigt man sich ja mit so einigen Themen. Dazu zählen auch Fragen danach, was passiert, wenn die Wehen frühzeitig einsetzen sollten und das Kind vielleicht ein Frühchen wird? Ganz schön bewegende Fragen.

Von einer Frühgeburt spricht man zunächst dann, wenn ein Kind vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickt. Erstaunlicherweise ist in Deutschland die Zahl der Frühgeburten in den vergangen Jahren angestiegen. Derzeit kommen über 50.000 Kinder zu früh zur Welt. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein und sind zum Teil noch unbekannt.

Fest steht jedoch, dass eine Ursache in dem ständigen Wettbewerbs- und Kostendruck der Kliniken besteht. Für sie sind Frühchen eine lukrative Einnahmequelle: Krankenkassen zahlen bis zu 130.000 Euro pro Frühgeborenes. Dabei gilt die Devise, dass ein Frühchen umso ertragreicher ist, je kleiner und leichter es ist. Die Gesundheit der Kinder ist dabei eher nachrangig.

Im Vergleich zu einem Frühgeborenen erhalten deutsche Kliniken für die Geburtsverzögerung kaum Geld. Bekanntermaßen haben Kinder jedoch die besten Lebens- und Überlebenschancen im Mutterleib. Dabei könnten pro Jahr bis zu 30.000 Frühgeburten verzögert werden, wenn man Schwangere bei vorzeitigen zervixwirksamen Wehen mit den modernsten Mitteln behandeln würde.

Besorgniserregend ist ferner, dass die Zahl der Frühgeborenen mit einem extrem niedrigem Geburtsgewicht laut statistischem Bundesamt seit 2000 bis 2007 um 73 Prozent gestiegen ist. Zur Vermeidung von Frühgeborenen sollte man das Geld daher lieber in die Forschung und Aufklärung von Schwangeren investieren.

Zur Verhinderung zervixwirksamer Wehen stehen dem Markt bereits ausreichend Medikamente zur Verfügung. Aber auch hier greift so manch ein Arzt aus Kostengründen lieber zu einem Medikament mit mehr Nebenwirkungen für Mutter und Kind, als zu solchen, die weniger Risiken bergen.

Persönlich finde ich solche Tatsachen eher erschreckend. Das Beispiel zeigt jedoch mal wieder, dass man als Patient – wie so oft – nur an seinem Geldwert gemessen wird und nicht als Mensch gesehen wird. Bei all den Fortschritten in der Perinatalmedizin ist es dennoch wünschenswert, dass man frühzeitige Wehen versucht zu verhindern. Denn am Ende müssen die Eltern und das Kind mit den Konsequenzen möglicher Probleme von Frühgeborenen leben. Und dazu zählen leider oftmals auch Behinderungen, die eine junge Familie sehr belasten kann.

Kategorien: Allgemein
0 Kommentare

Faux Pas der Barmer

Gerade war ich im Begriff mich über die aktuellen Geschehnisse des Tages zu informieren. Dabei stieß ich auf einen Artikel bei Spiegel Online mit der Überschrift “Barmer lieferte Formblatt zum Rauswurf Schwangerer“. Das macht einen sprachlos. Davon Betroffen waren nicht nur Schwangere sondern auch Schwerbehinderte.

Diese Vorgehensweise der Barmer Krankenkasse ist einfach traurig. Es stellt eine Diskreditierung von Schwangeren und Schwerbehinderten dar. In wie fern hat man sich darüber Gedanken gemacht? Vermutlich gar nicht. Wenn Frauen Angst haben müssen gekündigt zu werden, weil sie schwanger sind – wo soll dann zukünftig der Nachwuchs her kommen? Und was wäre selbst die Barmer ohne Nachwuchs und neue Kunden? Vermutlich das, was besser für die Barmer wäre: nicht mehr existent.

Es ist für Eltern und vor allem Frauen schon oftmals schwer genug ein Kind groß zu ziehen. Wenn man dafür jetzt auch noch während der Schwangerschaft um seinen Job bangen muss, dann sollten Frauen sich zukünftig weigern Kinder in die Welt zu setzen. Bleibt nur zu hoffen, dass man Schwangere und Schwerbehinderte weiterhin respektiert und als Arbeitgeber solche Offerten als niveaulos einstuft. Ein wenig Menschenverstand sollte man doch jedem zutrauen dürfen…

Kategorien: Allgemein
0 Kommentare