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Kat am 06.09.2010 um 11:03 Uhr.
Die kürzlich erschienene KidsVerbraucherAnalyse 2010 (KidsVA) informiert über das Medien- und Konsumverhalten von sechs bis 13-jährigen Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Zugleich stellt die KidsVA derzeit für das Marketing eine der wichtigsten Studien über die junge Zielgruppe in Deutschland dar.
Dabei zeigt sich, dass Lesen bei den Kindern und Jugendlichen trotz der elektronischen Medien im Trend liegt. Immerhin geben beachtliche 95 Prozent der befragten Kinder an, dass sie in ihrer Freizeit regelmäßig Bücher oder Zeitschriften lesen. Dennoch nutzen Kinder und Jugendliche die neuen Medien wesentlich intensiver als noch vor wenigen Jahren. Bereits drei von vier Kindern (4,7 Millionen) nutzen inzwischen zu Hause einen Computer. Mehr als 67 Prozent dieser Kinder (4,2 Millionen) waren bereits online, wobei 28 Prozent davon täglich im Internet unterwegs sind.
Die digitalen Welten werden dabei heutzutage nicht mehr nur mit PC- und Online-Spielen erkundet, sondern auch mit Spielkonsolen und Handspielgeräten. Bei den 6- bis 9-
jährigen besitzen zwei Drittel mindestens eine solcher Games-Konsolen, bei den 10- bis 13-jährigen sind es sogar 83 Prozent. Dabei haben die Hersteller es geschafft, sich den Markt auch bei Mädchen zunehmend zu erschließen. Somit sind Games-Konsolen keine reine “Jungsdomäne” mehr, was sicherlich einerseits mit daran liegt, dass Konsolen in der Familie intergenerativ genutzt werden und andererseits das entsprechende Spieleangebot geschaffen worden ist.
Die Kinderzimmer zeugen trotz wirtschaftlicher Turbulenzen eine zunehmende gute technische Ausstattung. Interessant ist dabei die Tatsache, dass Kinder ein sehr ausgeprägtes Markenbewußtsein zeigen. Da Kinder zudem immer mehr Einfluss auf Kaufentscheidungen innerhalb der Familie nehmen, ist es letztendlich wenig überraschend, dass die Eltern den Wünschen ihrer Kinder oftmals nachkommen.
Aber auch finanziell stehen die Kinder und Jugendlichen recht gut da. In der Zielguppe der 6- bis 13-jährigen liegt das monatliche Taschengeld im Durchzchnitt bei 23 Euro. Zusätzlich erhalten sie zum Geburtstag, Weihnachten und Ostern Geldgeschenke im Durchschnitt von 186 Euro.
Doch was machen die Kinder und Jugendliche mit ihrem Geld? Laut KidsVA wird das Geld gespart, was die Deutschen mit am Besten können. Ansonsten lassen sich die Kinder davon kleinere Wünsche des Alltags erfüllen, wie z.B. der Kauf von Süßigkeiten, Zeitschriften und Eis. Im Prinzip ist es daher nicht neu, dass Kinder eine wichtige Werbezielgruppe sind, und wird von vielen Unternehmen in ihren Marketingaktionen berücksichtigt.
Bei all der Produktvielfalt zeigt sich daher, dass auch Kinder auf vertraute und etablierte Marken setzen. Diesen kommt sicherlich zugute, dass sie ebenfalls eine jahrelange Expertise in Sachen Marketing vorweisen können, wohin gegen echte Neueinsteiger sich erst viel Vertrauen und neue Markenfans aufbauen müssen. Wichtig zu wissen ist, dass das Markenbewusstsein nicht alleine von den Eltern stammt, sondern die Kinder und Jugendlichen ebenfalls ihr eigenes Word-of-Mouth-Marketing betreiben. Die neuen digitalen Medien unterstützen dies auf ihre Weise durch die vielfältigen Aktivitäten in Social Networks.
Schön ist es aber zu sehen, dass Kinder und Jugendliche noch heute gerne lesen und auf die einfachen Freuden im Leben zurückgreifen. Jedes Kind schwilgt im Erwachsenenalter sicherlich gerne in seinen Erinnerungen zurück und dazu gehört z.B. der Gedanke an sein Lieblingseis oder die erste eigene Anschaffung.
Wer mehr über die KidsVA 2010 erfahren will, der kann sich den elektronischen Berichtsband mit allen Ergebnissen und den methodischen Grundlagen gegen eine Schutzgebühr von 99 Euro unter www.egmont-mediasolutions.de bestellen.
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Kat am 15.03.2010 um 13:47 Uhr.
Seitdem unsere Tochter immer älter wird, werden Internetseiten, die sich inhaltlich an Kinder richten, für uns zunehmend interessanter. Dabei fällt sofort auf, dass Internetseiten für Kinder anders gestaltet sind als solche für Erwachsene. Diese Tatsache diente mir zum Anlass, die wichtigsten und interessantesten Punkten zu diesem Thema einmal zusammen zu fassen.
Als Erstes ist es dabei sehr wichtig, dass das Design der Onlineportale für Kinder so gestaltet ist, damit das Interesse der Kinder auf die Inhalte gezogen wird und sie dazu anregt, sich mit dem jeweiligen Thema zu beschäftigen. Dafür stehen dem Designer einige Möglichkeiten zur Verfügung, die ich nachfolgend erläutern möchte.
1. Bitte mit Farbe!
Kinder lieben helle und lebhafte Farben. Bunt ist ein Zauber, den es zu versprühen gilt. Deswegen sollte zunächst auf die geeignete Farbwahl geachtet werden. Helle Farben ziehen die Aufmerksamkeit der Kinder schnell auf sich und ermöglichen dem Designer, ihre Aufmerksamkeit für relativ lange Zeitperioden zu halten. Die richtige Farbwahl ist zwar beim Design immer wichtig, jedoch hinterlässt gerade bei Kindern die richtige Farbwahl eine bleibende Erinnerung in deren Gedächtnis, wie man an den folgenden Beispielen erkennen kann.
Play-Doh
Strahlende, klare Farben kennzeichnen die Play-Doh-Seite. Die Farbpalette reicht dabei von rot-orange, gelb, grün bis hin zu blau und lila, wobei letztere im Screenshot nicht sichtbar sind.

Kindersache
Die Seite erstrahlt in gelb in Kombination mit einem hellen blau:

2. Gute Laune
Webseiten für Kinder sollen eine fröhliche Stimmung bei den Kindern hinterlassen. Nur wenn die Kinder eine positive Erfahrung mit einem Onlineportal machen, kehren sie gerne zu einer Webseite zurück – ähnlich wie bei uns Erwachsenen. Die Kinder sollten also jederzeit das Gefühl haben, dass sie auf der Webseite willkommen sind. Dieser Aspekt ist ebenso aus Sicht des Marketings wichtig, denn auch Kinder reden in der Regel mit Gleichaltrigen über positive Erfahrungen – und das ist das grundlegende Empfehlungsmanagement im Marketing. Eine gezielte Ansprache der Kinder wird für den Erfolg eines Onlineportals definitiv hilfreich sein. Für gute Laune kann auch eine zentrale Figur auf einer Webseite sorgen, die die Kinder freudig empfängt.
Bob der Baumeister
Hier empfängt Bob der Baumeister die Kinder auf der Startseite:

Thomas & seine Freunde
Thomas die kleine Lokomotive begrüßt freudig die Kinder auf seiner Seite. Dazu fährt die Lokomotive in das Bild hinein.

3. Nahe an der Natur
Kinder sprechen positiv auf Elemente aus der Natur an. Hierbei geht es darum, dass bekannte Elemente Kinder stimulieren, zumal Kinder zunächst noch über einen beschränkten Erfahrungshorizont verfügen. Dabei sind Simplifizierungen von Elementen bei Kindern oftmals am wirksamsten, um so ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eine übertriebene Größendarstellung von Naturelementen ist hier möglich, wenn nicht sogar wünschenswert.
Disney
Je nach Thema und Film verwendet Disney unterschiedliche Elemente. Im Playhouse-Bereich bei “Meine Freunde Tigger und Puuh” finden sich einfach dargestellte Formen aus der Natur wieder. Die vereinfachten Darstellungen lassen sich an den Wolken sowie der Landschaft selbst schnell erkennen. Die Elemente aus der Natur sind zudem vergleichsweise groß dargestellt.

Disney
Ein weiters Beispiel von Disney findet sich auf der Seite von “Findet Nemo“. Hier werden für die Seite Elemente aus dem Wasser genutzt, die entsprechend groß und vereinfacht dargestellt sind.

4. Die richtige Größe
So klein die Kinder auch sind, für sie ist die richtige Größe bei der Verwendung von Interaktions-Elementen wichtig. Als Designer sollte man darauf achten, dass diese Flächen ausreichend groß und gut erkennbar sind. Schwerpunkte bilden hierbei Buttons oder auch die Typographie. Kinder fühlen sich von einfachen, klaren und leicht wahrnehmbaren Objekten angezogen. Daher sollten große Design-Elemente bevorzugt werden. Hier bietet es sich ebenfalls an, dass passende Charaktere, die auch animert sein können, in einer entsprechenden Größe genutzt werden. Diese stellen dann den Hauptfokus für Kinder dar und können sie durch die einzelnen Seiten hinweg navigieren und begleiten.
Disney
Mal wieder ein Beispiel von Disney – diesmal zum Thema Größe. Die Hauptfiguren, welche in diesem Fall die Feen darstellen, wurden im Vergleich zu den restlichen Elementen groß dargestellt und nehmen somit einen Großteil der Seite ein. Hier wurde den zentralen Charakteren entsprechend viel Raum zur Verfügung gestellt.

TOGGO
Bei Toggo.de stellt jedes einzelne Feld einen Button dar und ist damit ausreichend groß für eine einfache Navigation mit der Maus.

5. Navigation mit Spassfaktor
Die Navigation und Call-to-Action-Bereiche sollten so gestaltet sein, dass sie den Kindern direkt ins Auge fallen. Dabei sollte eine sehr einfache Struktur vorliegen, so dass die Kinder schnell und einfach durch die Seite navigieren können. Vorteilhaft ist eine Navigation, die auf großen Buttons und Grafiken basieren, da diese die Aufmerksamkeit der Kinder schneller auf sich ziehen als eine einfache Textnavigation. Eine besondere Option für eine Navigation stellt die Untermalung durch Soundeffekte dar. Wenn die Kinder die Maus dabei über bestimmte Navigations-Elemente bewegen, wird die entsprechende Beschriftung als Ton oder Sprachausgabe abgespielt. Dies kann besonders hilfreich für diese Altersgruppen sein, die noch nicht selbst lesen können. Eine andere Möglichkeit besteht in einem sich verändernden Mauszeiger, sobald dieser sich über einem bestimmten Element befindet.
Die Seite mit der Maus (WDR)
Navigation ohne wenn und aber: Auf der Seite mit der Maus vom WDR gibt es zunächst keinerlei Textlinks. Die Kinder können hier anhand der Bilder navigieren. Ferner lässt sich hier nahezu jedes Element anklicken, wodurch selbst unerfahrene Surfer stets auf der Seite weiterkommen.

Internet ABC
Hier ist die obere Navigationsleiste mal nicht in einer Ebene dargestellt, sondern folgt einer geschwungen Linie. Die einzelnen Punkte werden dabei durch witzige Tier-Zeichnungen repräsentiert.

6. Interaktion ist gefragt
Auf der Seite sollten Kinder auch die Möglichkeit haben zu interagieren. So unterstützt ein spielerisches Quiz das Interesse der Kinder. Interaktion kann ebenso durch Animationen, Sound, Video, kleine Spiele und druckbare Elemente erfolgen. Kurze Videos bieten sich in der Hinsicht an, um Informationen kompakt und mit einem visuellen Mehrwert aufzubereiten. Man kann den Kindern auch eine kleine, animierte Figur anbieten, die die Kinder durch die verschiedenen Bereiche führt. Dadurch haben die Kinder zusätzlich einen Anreiz sich mit dem Thema zu beschäftigen und sind nicht komplett auf sich alleine gestellt. Bei der Nutzung kleinerer Spiele sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder etwas lernen und auch ihr Gedächtnis trainieren. Druckbare Elemente hingegen bieten sich als Erinnerung an. Sie erinnern die Kinder an die entsprechende Webseite und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind zurückkehrt. Ein weiterer positiver Effekt von druckbaren Elementen ist, dass eine Marke so zusagen nach außen getragen wird und dadurch ihre Reichweite erhöht wird. Der Hintergedanke bei dem Thema Interaktion ist, dass Kinder sich nicht mit stundenlangem Lesen beschäftigen wollen. Dazu ist ihre Aufmerksamkeitsspanne oftmals noch zu kurz. Sie wollen lieber unterhalten werden und spielen. Um den Ansprüchen von Kindern gerecht zu werden, ist es für Designer daher unumgänglich Flash-Elemente mit einzubringen und auf Java-Script zurück zu greifen, auch wenn es einem als Erwachsenen eher nervt.
ZDF tivi
Auf der Seite von ZDF tivi finden Kinder Spiele, Quiz und Tests, bei denen sie am Ende etwas lernen und ihre Fähigkeiten erweitern können.

Fisher-Price
Auf Fisher-Price sind die Online-Spiele und Aktivitäten zusätzlich nach unterschiedlichen Altersgruppen eingeteilt. Somit kann jedes Kind sich altersgerecht weiterentwickeln und Erfolge für sich verbuchen.

7. Bilder, Bilder, Bilder
Kinder nehmen ihre Umwelt viel durch Bilder wahr und lernen dadurch. Sie helfen Kindern bei der Visualisierung. Dadurch können sie eher ein Verständnis darüber entwickeln, was sich in der Welt abspielt. Für ein gutes Lernen ist das Begreifen und Verstehen von Dingen essentiell.
News4Kids
Die einzelnen Bereiche sind auf News4Kids durch entsprechende Bilder gekennzeichnet. Viele Seiten für Kinder greifen auf dieses gestalterische Element zurück und nutzen Bilder. Oftmals dienen Bilder dabei auch zur Veranschaulichung von Berichten, Stories und Reportagen.

8. Verantwortung nicht vergessen
Beim Designen einer Webseite für Kinder sollte man stets im Hinterkopf haben, dass Kinder eine lebhafte Fantasie haben und sich leicht durch das beeinflussen lassen, was sie sehen und hören. Auch im Interesse der Eltern und des eigenen Marketings ist es wichtig, dass sichergestellt wird, das Kinder keinerlei Schäden durch den Besuch einer Webseite für Kinder von sich tragen. Verantwortung übernehmen heißt hier auch, dass die Webseite nicht nur der Repräsentation des eigenen Unternehmens/der eigenen Marke dient, sondern dass die Kinder durch den Besuch etwas lernen und sich mit bestimmten Themen befassen. Angebotene Spiele können dabei z.B. nach Altersgruppen unterteilt werden, damit ebenso jüngere Kinder positive Erfahrunegn sammeln. Wichtig ist es ferner einen Bereich für Eltern einzurichten. Als Eltern hat man oftmals ein wachsames Auge auf die Aktivitäten der Kinder. Dies trifft umso mehr zu, je kleiner und unerfahrener die Kinder sind. Ein Unternehmen bzw. eine Marke steht somit auch in der Pflicht der Eltern und sollte stets bedenken, dass diese einen großen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Kinderwebseite haben.
LEGO
Auf der Seite von Lego finden Eltern zu verschiedenen Themen Antworten und Informationen. Wichtige Themen sind hier u.a. die Kindesentwicklung, die Familie und das gesellschaftliche Engagement von LEGO.

fragFINN.de
Auf der Elternseite von fragFINN.de geht es hauptsächlich um den Kinderschutz im Internet.

9. Und am Ende testen
Was denken die Nutzer von meiner Seite? Welche Elemente funktionieren und welche nicht? Bevor ein Design überhaupt für ein Online-Portal umgesetzt wird, sollten selbstverständlich Testläufe unterzogen werden. Idealerweise gestaltet man dies mit den eigenen Kindern oder von Verwandten, Freunden und Bekannten. Manchmal helfen auch Kindergärten oder Schulen, wenn einem reinen Test noch eine kleine Lernkomponente für die Kinder geboten wird. Jedes Webseitendesign für Kinder nützt am Ende nicht viel, wenn es von der entsprechenden Zielgruppe nicht vorher ausgiebig getestet worden ist. Selbst wenn nur ein Kind zum Testen zur Verfügung steht, ist dies immernoch besser als eine Seite gar nicht zu testen. Dies sollte selbst bei engen Marketingbudgets kein Problem darstellen. Beim Testen sollte man die Kinder gut beobachten. Nachfolgend ein paar Beispiele für Fragen, die man sich stellen sollte:
- Lässt sich die Seite wie gewünscht navigieren?
- Haben die Kinder Freude daran oder lässt ihr Interesse schnell nach?
- Nehmen die Kinder positive Erfahrungen mit und lernen dabei etwas?
Ziel sollte es sein, die Webseite durch die Augen der Kinder wahrzunehmen und anschließend entsprechende Modifikationen vorzunehmen. Wenn man erstmalig eine Webseite für Kinder gestaltet und das Budget knapp ist, kann man sich an Seiten mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich orientieren wie z.B. von Disney, Barbie, Matchbox usw.
Fazit
Bei meiner Suche nach entsprechenden Beispielen ist mir leider aufgefallen, dass es in Deutschland vergleichsweise wenige gute und kindergerechte designte Webseiten gibt, die die genannten Kriterien erfüllten. Vorangig stammen die besten Interseiten für Kinder von den weltweit agierenden Konzernen. Reine deutschsprachige Internetauftritte haben somit noch einiges an Nachholbedarf., zumal ein guter Internetauftritt heutzutage für ein erfolgreiches Marketing unabdingbar ist.
Am Ende hoffe ich, dass dies ein guter Überblick zu diesem Thema darstellt. Für weitere Anregungen, Anmerkungen und Kommentare bin ich jederzeit dankbar. Ansonsten kann man jedem, der das Vergnügen hat an einer Webseite für Kinder jemals zu arbeiten, nur raten sich an den Beispielen ein wenig zu orientieren. Dann ist der Erfolg des Projekts schon so gut wie gewährleistet.
Ein PDF-Dokument zu den Top 100 Internetseiten für Kinder im deutschsprachigen Raum von Klick-Tipps (Stand: 01.06.2009) lässt sich hier finden.
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Kat am 29.07.2009 um 13:31 Uhr.
Kinder beeinflussen das Einkaufverhalten ihrer Eltern wesentlich öfter als es diesen bewusst ist. Dies betrifft insbesondere die Spontaneinkäufe.
Wiener Wissenschaftler haben fast 200 Familien beim Einkaufen im Supermarkt beobachtet. Nach dem Einkauf wurden die Eltern befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Eltern nur zur Hälfte erkannt haben, dass die Kinder sie zu Spontaneinkäufen animiert haben. Die Väter ließen sich dabei wesentlich häufiger zu Spontaneinkäufen überreden als die Mütter.
Den Forschern ging es auch darum herauszufinden, welche Faktoren die Kaufanregungen der Kinder aktivieren. Dabei waren besonders Produkte auf Augenhöhe der Kinder reizvoll, wie z.B. Süßigkeiten und Spielzeug. Damit richten sich Supermärkte ganz klar strategisch auf die Zielgruppe Kinder aus. Sicherlich sind auch die Verpackungen für Kinder ausschlaggebend. Kinder mögen in der Regel klare, leuchtende Farben, wodurch bereits die Industrie ihr Interesse auf die Zielgruppe Kinder ausrichtet.
Experten raten dazu das Kind mit dem Gesicht zu den Eltern in den Einkaufswagen zu setzen. Dadurch wird der Blick auf die Süßigkeiten und Co. dem Kind genommen.
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Kat am 26.01.2009 um 20:28 Uhr.
Kinder sind konsumkräftige Käuferpotentiale für die deutsche Wirtschaft. Dies verdeutlicht eine aktuelle Studie vom Egmont Ehapa Verlag, die KidsVerbraucherAnalyse 2008 (KVA). Den Ergebnissen zufolge besitzen deutsche Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren über 2,6 Milliarden Euro an Taschengeld nebst Geldgeschenken sowie weiteren 3,8 Milliarden Euro auf ihren Sparkonten. Ferner stehen Teenagern im Alter von zwölf bis neunzehn Jahren über 5,34 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Zahlenwerte sind auf den ersten Blick wirklich sehr beeindruckend. Doch schauen wir etwas genauer hin.
Vor allem bei dem Thema Sparkonto kommt die Frage auf, in wie fern die Kinder bereits Zugriff darauf haben? Ich gehe hier zunächst davon aus, dass viele Eltern für ihre Kinder ein Sparkonto angelegt haben, um ihnen später eine gute Ausbildung oder einfach den Führerschein als erste Meilensteine im späteren Leben als junge Erwachsene zu ermöglichen. Eine Vielzahl der Kinder wird vermutlich keinen Zugriff auf dieses Geld haben und erst mit ihrem 18. Geburtstag das alleinige Verwaltungsrecht über das Konto von der Bank erhalten.
Wieso sind solche Zahlen überhaupt relevant? Nun, für die Werbe- und Marketingindustrie diese Werte sehr interessant. Sie geben Auskunft darüber, wie viel Geld den Kindern in diesem Alter zur Verfügung steht. Die potentielle Konsumkraft spielt hier eine wichtige Rolle, auf die sich Marktanalysten in diversen weiteren Analysen verlassen. So diskutiert unter anderem die EUROFORUM-Konferenz “Kidsworld” darüber, wie man diese kritischen Konsumenten am Besten kommunikativ erreicht. Erfolgreiche Kommunikationskonzepte von Unternehmen wie Adidas, Disney, Burger King oder Metro kommen hier beispielhaft zum Einsatz.
Wenn ich so etwas lese, dann bin ich doch ziemlich gespalten. Einerseits sehe ich die wirtschaftswissenschaftlichen und marketingtechnischen Aspekte. Diese sagen mir, dass der Staat den Konsum braucht, man muss Produkte zielgruppenspezifisch vermarkten und ohne Konsumenten gäbe es keine Unternehmen. Auf der anderen Seite bin ich auch Mutter und wie mein Mann ein kritischer Elternteil. Ich möchte nicht, dass mein Kind von dieser ganzen Werbewelt erschlagen wird. Ich möchte nicht, dass meinem Kind suggeriert wird, dass es Dinge braucht, die es in Wirklichkeit nicht braucht. Sicherlich soll unsere Tochter später ihre Wünsche äußern dürfen. Aber als Elternteil bin ich -so lange das Kind nicht volljährig ist und absolut selbstständig und verantwortlich handelt- mit verantwortlich darüber zu entscheiden, was mein Kind benötigt und was nicht. In unserer heutigen Zeit beeinflussen Kinder sehr stark den Konsum. Sie bestimmen mit, was gekauft und angeschafft wird, wohin die Reise geht oder welche Zukunftspläne eine Familie machen muss. Aber als Eltern möchte man und sollte man dennoch in bestimmten Maß die Kontrolle über endgültige Kaufentscheidungen haben.
Ziel sollte es dennoch sein, seine Kinder schrittweise an einen vernünftigen Konsum heran zu führen. Denn dauerhaft kann man seine Kinder vor der heutigen Werbeflut nicht beschützen. Aber man kann sie dazu erziehen rationale Entscheidungen zu treffen. Hierbei fällt mir ein Satz ein, der mir seit Jahren in Erinnerung geblieben ist:
“Nike, we made you. We can break you”
Dieser Satz zeigt doch die Macht der Konsumenten. Dieser Satz stammt von einem Jugendlichen, der, wie seine Freunde, viel Geld für Nike-Produkte ausgegeben hat – oder vielmehr das Geld seiner Eltern in die Produkte steckte. Während der Sportartikelhersteller gut an den Umsätzen verdiente, lebte die Familie in eher bescheidenen Verhältnissen, jedoch das Markenbewusstsein und die förmliche Abhängigkeit vom Markenartikel wurde gefördert. Neben der Macht des Konsumenten, sich von der Marke abzukehren, demonstriert dieses Beispiel zwei weitere Aspekte:
- Hier wurden die tiefgründigen Hintergründe erkannt und gezeigt, dass mit der richtigen Aufklärung auch Jugendliche einen vernünftigen Konsum lernen können – trotz rebellischer Phasen.
- Welche Bedeutung Marketing für Teenager und welchen Einfluss die Maßnahmen auf Jugendliche haben.
Um es mit einem warnenden Unterton zu formulieren: Werbung erreicht bereits die Allerkleinsten! Dies geschieht vor allem auch unterschwellig. So bekommt unsere Tochter bereits Sachen von Winnie the Pooh und seinen Freunden geschenkt – Disney lässt grüßen!
Passenderweise findet sich in der Pressemeldung zur EUROFORUM-Konferenz auch folgende Passage:
Werbung setzt in Kinderschuhen an “Gut gemachte Werbung erreicht die Kinder, indem sie so nah wie möglich an der Lebenswelt der Kids ist [...]“, stellt der Vorsitzende der EUROFORUM-Konferenz “Kidsworld” Ingo Barlovic (iconkids & youth international research) fest und trifft damit die Grundlage eines guten Jugendmarketings: Den Jugendlichen zu verstehen.
Genau in diesem Moment wünsche ich mir, dass man Jugendliche nicht nur rein oberflächlich betrachtet und analysiert, sondern auch tiefgründig versteht und ihre Bedürfnisse erkennt. Konsum ist eine Sache. Aber wie sieht es mit den Ängsten und Sorgen über die Zukunft aus? Kinder und Jugendliche brauchen und wünschen sich eine Zukunft in einer Welt, die noch lange erhalten bleibt. Doch eine Produktion von ihren Konsumgütern durch die ärmeren Länder der Welt auf einem niedrigen Niveau ohne Rücksicht auf die Umwelt – genau diese Tatsachen unterstützen das Vertrauen in die Markenhersteller keinesfalls.
Am Ende bleibt mir als Elternteil nur übrig zu sagen: Werbung ist akzeptabel, aber bitte transparent und ohne falsche Versprechen. Und bitte in Maßen und nicht in Massen. Denn die Diskusionen mit unseren Sprösslingen müssen am Ende wir Eltern austragen, warum eine einfache Hose der um ein Vielfaches teureren Markenjeans vorzuziehen ist. Durchgescheuert wird die Kleidung schließlich auch beim täglichen Spielen. Außerdem sparen wir nicht, damit unsere Kinder das Geld für den nächst-besten Müll “verballern”, sondern damit aus ihnen und ihrer Zukunft etwas Besonderes wird. Wenn die Marketing-Industrie genau das schafft, uns Eltern zu unterstützen und die Lust auf die Marke zu steigern, dann können wir gerne weiter reden!