Zahl der Kaiserschnitte nimmt zu
Laut dem Statistischen Bundesamt hat in Deutschland die Zahl der Kaiserschnitte in den letzten Jahren zugenommen. 30 Prozent aller Entbindungen erfolgen mittlerweile per Kaiserschnitt. Zahlenmäßig sieht das wie folgt: Von 663 000 Frauen, die im Jahr 2008 ihr Kind im Krankenhaus zur Welt gebracht haben, wurden dabei 200 000 durch einen Kaiserschnitt entbunden, was 30,2 Prozent entspricht.
Die erste statistische Erhebung auf bundeseinheitlicher Rechtslage erfolgte im Jahre 1991. Dabei zeigt sich, dass sich die Anzahl der Kaiserschnitte nahezu verdoppelt hat. Auf 823 000 Entbindungen kamen damals gerade mal 126 000 Kaiserschnitte (entspricht 15,3 Prozent).
Hingegen kommen mechanische Hilfsmittel wie die Saugglocke (Vakuumextraktion) oder die Geburtszange immer seltener bei Krankenhausentbindungen zum Einsatz. Im Jahr 2008 erfolgten 32 000 Entbindungen per Vakuumextraktion, was einem Anteil von 4,8 Prozent entspricht. Die Geburtszange wurde dabei sogar nur bei 4 500 (0,7 Prozent) Entbindungen genutzt.
Weshalb man sich für einen Kaiserschnitt entscheidet, kann unterschiedliche Ursachen haben: So kann eine normale Geburt aus anatomischen Gründen nicht möglich sein, da das Becken für die Größe des Babys zu klein ist oder das Kind eine anormale Lage im Mutterleib hat. Ein Kaiserschnitt ist sicherlich auch dann angeraten, wenn das Kind selbst zu klein und zu schwach ist um eine normale Geburt zu überstehen. Aber auch der Zustand der Mutter kann sich während der Geburt dramatisch verschlimmern und der Kaiserschnitt die einzige Lösung sein, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden.
Ein Arzt wird in der Regel ebenfalls zu einem Kaiserschnitt raten, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind mit mehr als 4000 Gramm auf die Welt kommen wird. Hierbei spielt das Verhältnis von Becken- und Kindsgröße eine wichtige Rolle. Als Arzt ist man hinsichtlich der Gesundheit beider Patienten dazu verpflichtet, der werdenden Mutter einen Kaiserschnitt nahe zu legen um sich selber vor juristischen Problemen zu schützen. Die endgültige Entscheidung liegt aber dennoch bei der Mutter.
Sofern jedoch einer normalen Geburt nichts im Wege steht, sollte man sich immer gegen einen Kaiserschnitt entscheiden zugunsten des Kindes. Babys die durch einen Kaiserschnitt entbunden werden leiden öfter an Anpassungsstörungen der Atmung und müssen häufig direkt nach der Geburt zunächst auf die Intensivstation verlegt werden. Bei einer natürlichen Geburt wird nämlich das Fruchtwasser aus den Lungen des Neugeborenen gepresst. Bei einem Kaiserschnitt hingegen muss dies mit entsprechenden Hilfsmitteln abgesaugt werden, was wie bereits erwähnt, eine Einlieferung auf die Intensivstation nach sich ziehen kann. Dies ist natürlich nicht der schönste Anfang eines kleinen Lebens. Ebenso wenig die Tatsache, dass man so schnell in einer sterilen und recht kühlen Umgebung den Mutterleib verlassen muss.
Nach einem Kaiserschnitt tretten ferner auch wesentlich häufiger langfristige gesundheitliche Probleme auf wie z.B. Allergien.
Ein Kaiserschnitt belastet zudem oftmals die Beziehung zwischen Mutter und Kind, wobei die Mutter keine richtige Bindung zu ihrem Kind aufbauen kann. Auch Stillprobleme können aus einem Kaiserschnitt resultieren, was die Bindung zwischen Mutter und Kind zusätzlich belasten kann.
Nicht vergessen sollte man dabei, dass es sich bei dem Kaiserschnitt trotz allem um einen operativen Eingriff handelt. Dieser führt natürlich gewisse Einschränkungen im nach hinein mit sich.
Für die natürliche Geburt spricht ferner, dass Neugeborene den Geburtsstress für ihre geistige und körperliche Entwicklung benötigen und die Mutter zu dem Kind oftmals eine bessere Beziehung aufbauen kann. Eng damit verbunden ist die psychische Stabilität und Entwicklung des Kindes. Jedoch ist hierbei umstritten, in wie weit dies tatsächlich zutrifft. Fest steht zumindest, dass sich die Mutter nach einer natürlichen Geburt oftmals schneller erholt als nach einem Kaiserschnitt und sich somit besser um das Neugeborene kümmern kann.
Am Ende bleibt nur zu sagen, dass jede werdende Mutter dies für sich alleine entscheiden muss in Abwägung gesundheitlicher Risiken und stets zum Wohle des Kindes und zum eigenen.
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