Sehschwächen rechtzeitig erkennen
Kinder lernen vor allem in ihren ersten Lebensjahren viel. Dazu benötigen sie all ihre Sinne. Insbesondere der Sehsinn erweist sich dabei als essentiell, da Kinder ihre Welt zu rund 85 Prozent mit den Augen erfahren. Für Kinder ist es daher wichtig, dass Sehschwächen und -probleme frühzeitig erkannt werden. Denn nur so kann man beim Lernen gleiche Voraussetzungen für alle schaffen.
Bei Untersuchungen von rund 850 Kindergartenkindern durch die bayrischen Betriebskrankenkassen kam jedoch heraus, dass bei jedem dritten Kind der Verdacht auf Fehlsichtigkeit besteht. Erschreckend ist zudem, dass über 80 Prozent der Kinder noch nie bei einer augenärztlichen Untersuchung war. Dies ist umso problematischer, da Fehlsichtigkeiten sich nicht verwachsen. Als Folge dessen kommt es zu Entwicklungshemmungen der Kleinen.
Eine frühe Augenuntersuchung ist wichtig, zumal sich in den ersten Lebensjahren die Nervenverbindungen für das Sehen bis zum 7. Lebensjahr entwickeln. Solche, die bis dahin nicht zustande gekommen sind, werden anschließend nie zustande kommen. Die unentdeckten Sehschwächen führen dazu, dass die Kinder nie richtig sehen lernen. Um eine Sehschwäche erfolgreich zu behandeln oder eine drohende Sehschwäche zu vermeiden, sollte eine Behandlung so früh wie möglich erfolgen. Spätestens bis zur Einschulung sollten Versäumnisse dabei nachgeholt werden.
Sehschwächen bei kleinen Kindern wahr zu nehmen ist jedoch nicht immer einfach. Gerade kleine Kinder können sich verbal noch nicht ausreichend ausdrücken, um ihre Eltern auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen. Ferner stört sie die Sehstörung unter Umständen gar nicht, da sie es nicht anders gewohnt sind und keinen Vergleich haben, wie sich gutes von schlechtem Sehen unterscheidet. Hilfreich ist eine gute Beobachtung der Eltern. Wenn ein Kind z.B. häufig stolpert oder Sachen übersieht, dann sollten die Eltern bereits einen Besuch beim Augenarzt in Erwägung ziehen. Aber auch Schielen, häufiges Augenreiben, Augenzittern oder ein Schiefhalten des Kopfes können Anzeichen für Sehprobleme sein.
Kinder sollten daher spätestens im Alter von zwei- bis dreieinhalb Jahren dem Augenarzt vorgestellt werden. Sind jedoch in der Familie Augenerkrankungen bekannt, so ist der Besuch beim Augenarzt bereits zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat ratsam.
Unsere Tochter hat zumindest bereits einen Termin beim Augenarzt. Leider müssen wir dafür einiges an Wartezeit in Kauf nehmen. Dies liegt mit daran, dass wir eine kinderfreundliche Praxis gesucht haben. Kinderfreundliche Praxen verfügen in der Regel über ein Sehschule, wobei hier eine Schielambulanz gemeint ist. Einer der häufigsten Sehfehler bei Kindern ist das Schielen. Kinder sollten daher mit den besten Möglichkeiten untersucht werden, um Sehfehler möglichst früh zu behandeln.
Auf das Ergebnis unserer Untersuchung bin ich zumindest bereits gespannt, zumal beide Elternteile mehr oder weniger Brillenträger sind. Da unsere Tochter jedoch jeden Fleck und jede andere Kleinigkeit akribisch sieht und beobachtet, denke ich nicht, dass sie einen Sehfehler hat. Aber am Ende gilt das Motto: Sicher ist sicher!
Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, kann sich einmal bei Kuratorium gutes Sehen umschauen. Hilfreiche Informationen für Eltern mit Kleinkindern lassen sich auch hier finden.
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Kinder die täglich zwei bis drei Stunden im Freien spielen, benötigen in der Regel seltener eine Brille. Das Spielen im Freien tut den Augen gut. Das natürliche Licht scheint das Risiko für Sehschwächen zu senken, wie australische Forscher herausfanden.
Die Forscher untersuchten dabei das Sehvermögen von Sechs- und Siebenjährigen aus Singapur und Sydney. Dabei stellte sie fest, dass in Singapur 29 Prozent der Kinder eine Brille trugen, in Sydney hingegen nur 3,3 Prozent. Die Ursachen hierfür vermuten die Forscher in den unterschiedlichen Lebensgewohnheiten. Die Kinder aus Singapur verbrachten im Durschnitt lediglich eine halbe Stunde täglich im Freien, die in Sydney brachten es auf etwa zwei Stunden pro Tag. Die Dauer der Computer- und Fernsehnutzung schien dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen, da sie in beiden Städten ähnlich war.
Das frische Luft prinzipiell Kindern gut tut ist nichts Neues. Interessant ist die Tatsache, dass der Aufenthalt im Freien auch den Augen gut tut. Da die Gesundheit der Kinder im Vordergrund steht, ist dies nur ein weiterer Grund, warum Kinder nach Möglichkeit jeden Tag an die frische Luft gehen sollten.
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