Essen am Familientisch
Irgendwann nähert sich der Zeitpunkt, an dem die Breizeit ihr Ende findet. Die Kleinen werden immer neugieriger und wollen alles probieren. Dies gilt insbesondere für das Essen, was die Eltern zu sich nehmen. Sobald die Kinder mit Krabbeln oder den ersten Schritten unterwegs sind, lassen sie einem kaum noch Ruhe. Viele Eltern bekommen das vor allem während des Essens mit. Man kann keine Mahlzeit mehr einnehmen, ohne dass die Kleinen probieren und mitessen wollen, obwohl sie gerade ihren Brei gegessen haben. Dann ist es an der Zeit die Kinder an den Familientisch und das gemeinsame Essen zu gewöhnen. Spätestens mit einem Jahr und dem Eintritt in das Kleinkindalter sollten die Kinder mit den Eltern am Familientisch speisen. Doch was ändert sich nun?
Zunächst einmal werden aus den vier Breimahlzeiten insgesamt fünf echte Mahlzeiten: Drei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag und Abendbrot) sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten (vormittags und nachmittags).
Zum Frühstück eignet sich für das Kind am besten Müsli. In Naturkostläden und Reformhäusern lassen sich spezielle Kindermüslis finden. Oder das Müsli wird eigenständig aus verschiedenen Zutaten selbst hergestellt, so dass es dem eigenen Geschmack und dem des Kindes entsprechend variiert werden kann. Einige schöne Rezepte für das eigene Müsli finden sich hier. Auf jeden Fall sollte man nicht für eine kleine Portion planen, sondern Müsli in ausreichenden Mengen herstellen. Das fertige Ergebnis voller Nährstoffe und gesunder Zutaten lässt sich wunderbar in Plastikdosen für längere Zeit aufbewahren.
Das Müsli selbst sollte am Morgen gereicht und mit 2-3 EL Joghurt, frischem Obst und etwas Fruchtsaft ohne zusätzlichen Zucker vermischt werden. Ideal hierfür ist Orangensaft aus 100% Fruchtsaft, da das Vitamin C der Orangen die Eisenaufnahme des Getreides verbessern und ausreichend natürliche Süße für die zarten Geschmacksnerven des Kindes dem Müsli so beigefügt sind. Aber es muss nicht immer Müsli sein. Auch eine Scheibe Brot und ein Glas Vollmilch eignen sich zum Ende des 1. Lebensjahres als stärkendes Frühstück. Brotaufstriche lassen sich ebenso wie Müsli wunderbar eigenständig herstellen. Hierfür bietet die Hausfrauenseite genügend Tipps als Anregungen.
Die wichtigste Mahlzeit ist neben dem Frühstück jedoch das Mittagessen. Oftmals kann diese Hauptmahlzeit nicht immer im Kreise der ganzen Familie eingenommen werden. Wichtig ist für das Mittagessen, dass es nicht zu stark gewürzt und zu salzig ist. Weniger ist in diesem Fall deutlich mehr. Wenn man mehrere Kinder zu ernähren hat, die zu unterschiedlichen Zeiten von Kindergarten oder der Schule nach Hause kommen, kann man das Essen später auch zur Not in der Mikrowelle erhitzen. Dies geht schnell und man verhindert, dass Vitamine auf Dauer bei kleiner Flamme auf dem Herd verkochen. Das Essen im Kochtopf oder in der Pfanne, sogar im Backofen auf längere Zeit hin warm zu halten zerstört die Vitamine vom Gemüse.
Auf dem Mittagsplan sollten abwechselnd verschiedene Beilagen stehen: Nudeln, Reis, Kartoffeln, Hirse oder Getreide. Diese ballaststoffreichen Beilagen sollten mit Gemüse, Fisch und Fleisch kombinert werden. Verschiedene Sorten Fisch, insbesondere Fangfrischer Fisch aus dem Meer, sollten aufgrund des Jodanteils ein bis zwei Mal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Manche Märkte informieren beim Einkauf zusätzlich über die Herkunft des Fisches sowie die Fischereibetriebe. Zusätzlich bieten Zertifikate auf den Verpackungen von Tiefkühlkost für den bewussten Verbraucher genügend Informationen zum Stand der Überfischung. Bei Fleisch und Geflügel liegen die Mengen für die Mahlzeiten bei mindestens ein bis zu drei Mal die Woche. Das Gemüse sollte je nach Saison ausgewählt werden, damit das Kind eine natürliche Abwechslung erhält und gesunde Variationen an Essen kennenlernt. Auch Rohkost in Form von Salaten dürfen dabei als Gemüsebeilage gereicht werden. Am Anfang bietet sich meiner Erfahrung nach für den Start ein frischer Möhrensalat an.
Wer gerne ein Dessert reichen möchte, sollte keinesfalls auf Fertigprodukte zurückgreifen, sondern auf Obst und andere milchfreie Nachspeisen zurückgreifen. Das natürliche Vitamin C hilft auch hier bei der Eisenaufnahme von Fleisch oder Getreide.
Das Abendessen wird in der Regel mit ganzen Familie eingenommen, sofern es die Arbeitszeiten der Eltern gleichermaßen erlauben. Sehr bekannt und altbewährt ist eine Scheibe Brot und ein Glas Milch. Aber es gibt auch Alternativen: Wie wäre es mal mit einem Couscoussalat? Auch ein raffinierter Grießbrei kann für die ganze Familie zu einem Höhepunkt werden. Sehr beliebt bei uns sind auch Tortillas/ Omletts in verschiedenen Variationen. Einen Hauch der spanischen Küche vermitteln wir unserer Tochter dabei ganz einfach mit dem Abendessen. Nur scharf sollte die Küche nicht sein.
Als Zwischenmahlzeit bieten sich frisches Obst, Gemüse oder getreidehaltige Nahrung an. Wenn man mit dem Kind unterwegs ist, bietet sich ein Roggen- oder Dinkelbrötchen an. Obst und Gemüse können mit Joghurt oder Quark angerichtet werden, ansonsten sollte Obst und Gemüse immer in kindergerechter “Knabberform” angeboten werden.
Und zum Abschluss noch ein paar weitere Tipps: Für Brot bietet sich Roggen- oder Dinkelbrot an. Das Brot sollte kein Körnerbrot sein, vielmehr sollte geschrotetes Korn zum Backen verwendet werden. Kleine Kinder können diese Körner ohne ausgeprägte Backenzähne noch nicht zerkleinen und daher schlecht verdauen. Es lohnt sich also auch selbst das Brot zu backen, wenn die kindgerechten Brote beim Bäcker schon vergriffen sind.
Bei der Zubereitung von jeder Mahlzeit sollte man immer bedenken: Auch das Auge isst mit. Was wir als Erwachsene nicht anrühren würden, wollen wir doch auch nicht unserem Nachwuchs anbieten. Brei war aufgrund der zähen Konsistenz eine Ausnahme, das echte Essen, was ich in diesem Artikel vorstellte, sollte auch für das Kind gut aussehen. Die Dekoration eines Tellers zusätzlich zum Brot bietet sich mit Gemüse wie Paprika, Gurke und Petersilie sehr gut an. Warum also nicht mal ein lustiges Gesicht dekorieren?
Wichtig neben dem optischen Eindruck ist jedoch der Geschmack: Das Essen selbst sollte jedem in der Familie schmecken. Man sollte es ausnutzen, das Kinder solange sie klein sind, nahezu alles essen wollen. Mir wurde mal gesagt: Ihr Kind hat 6 Monate lang nur Muttermilch getrunken! Die geschmackliche Abwechslung und die Entdeckung neuer Geschmäcker stehen damit auf der Tagesordnung. Das Kind darf auch ruhig beim Kochen mal das eine oder andere kosten. Es lernt dadurch ein Gefühl für Essen zu entwickeln, wie etwas unverarbeitet und verarbeitet schmeckt. Man sollte nur darauf achten, dass bestimmte rohe Lebensmittel wie Honig, Tomaten, Eier, Fisch oder Fleisch vor allem im ersten Lebensjahr ein Tabu darstellen.
Und für alle, die noch Anregungen brauchen: Es gibt unzählige gute Bücher zum Thema “Kochen für die Familie”. Man kann daraus viele Rezepte auch kombinieren, die Zutaten variieren und so seiner Kreativität freien Lauf lassen. Dadurch kommt immer öfter mal etwas Neues auf den Tisch, bevor man die Familie auf Dauer in ein langweiliges Ritual führt, das zwischen Spaghetti, Würstchen, Hackbraten, Eintopf oder sonstigen schnell erstellten Gerichten um Anerkennung ringt.
Letztendlich bleibt nur noch zu sagen: Das gemeinsame Familienessen macht allen Beteiligten unglaublichen Spass – es ist einfach schön für alle, gemeinsam an einem Tisch zu speisen. Das Essen stellt einen der wenigen Momente dar, die man in der hektischen Zeit zwischen Arbeit, Alltag und Familienleben richtig genießen kann – gemeinsam, ohne Stress und für ein paar Minuten losgelöst von allen anderen Sorgen.
Welches Gemüse für den ersten Brei?
Vor einiger Zeit habe ich ausführlich über das Thema “Der erste Brei” geschrieben. An dieser Stelle möchte ich zusammenfassen, welche Gemüsesorten sich für den ersten Brei eignen.
Allseits bekannt ist der Möhrenbrei. Möhren enthalten viel Beta-Karotin, welches die Vorstufe des Retinols (Vitamin A) darstellt. Möhren enthalten ausserdem Kohlenhydrate in Form von Zucker und Stärke, Eiweiß, Kalium, Calcium, Eisen sowie die Vitamine B1, B2, C und E.
Doch nicht jedes Kind verträgt Möhrenbrei zu Anfang problemlos, da dieser zu Blähungen führen kann. Wenn man also weiß, dass das Kind tendenziell zu Blähungen neigt sollte auf die Alternativen Pastinake oder Kürbis zurück gegriffen werden.
Pastinaken enthalten viele Balaststoffe. Diese regen die Verdauung an. Auch der Kohlehydratanteil ist nicht gerade wenig und lässt sich mit dem der Kartoffeln vergleichen. Ansonsten ist die Pastinake reich an Folsäure, Calcium, Eisen, Kalium, Mangan, Phosphor, Magnesium und Zink.
Der Kürbis ist auch sehr bekömmlich für den ersten Brei. Ähnlich wie die Möhre ist er reich an den Vitaminen A, C und E sowie den Mineralstoffen Calcium, Kalium und Zink. Am Besten greift man zum Hokkaido-Kürbis. Dieser kann komplett gekocht werden. Die harte Schale wird beim Kochen butterweich und man muss nicht viel Zeit und Arbeit in das Schälen investieren.
Und für den Fall, dass es doch zu Blähungen kommen sollte bei der Einführung des Breis hilft es oftmals Birne unterzumischen. Ausreichend zu trinken unterstützt ebenso die Verdauung. Ansonsten ist es sinnvoll ein Schuss Orangensaft unter die einzelnen Portionen zu mischen, da dadurch die Eisenaufnahme erheblich verbessert wird.
2 KommentareErnährung in der Schwangerschaft
Damals hieß es: in der Schwangerschaft muss man für 2 Essen. Diese Weisheit ist mittlerweile überholt, dennoch bekommt vermutlich jede Schwangere diesen Spruch noch immer zu hören. Dabei ist auch in der Schwangerschaft entscheidend, was man isst und nicht wie viel.
Zunächst einmal soll die Frage geklärt werden, warum man in der Schwangerschaft nicht zu zweit essen sollte. Dass diese Weisheit nicht mehr aktuell ist, wusste ich während meiner Schwangerschaft auch. Jedoch war mir nie klar, wieso das eigentlich so schädlich sein kann für das Baby. Das meine Figur darunter leiden würde, war mir schon bewusst. Die Erklärung lieferte mir jetzt das Apothekenmagazin “Baby und Familie”:
Ein ständiger Nahrungsüberfluss kann dem Baby sogar schaden, denn dadurch werden seine Hormon-Messfühler im Gehirn falsch geeicht. Sie schütten hohe Mengen an Insulin aus und nehmen den Überfluss als normal an. “Diese kleinen Nimmersatts entwickeln mit hoher Wahrscheinlichkeit später selbst Übergewicht”, erklärt Professor Dr. Berthold Koletzko (…). Damit trügen die Kinder auch schon das Risiko für Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Erhöhung der Blutfette, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in sich.
Doch worauf sollte man in der Schwangerschaft bei der Ernährung achten? Das Wichtigste vorneweg: Absolute Tabus in der Schwangerschaft sind Rauchen, Alkohol in jeglicher Form und Diäten. Auch vom Verzehr von rohem Fisch ist abzuraten, da dieser Krankheitserreger enthalten könnte, die dem heranwachsenden Baby schaden. Gegen ca. 2 Tassen Kaffee am Tag ist in der Schwangerschaft auch nichts einzuwenden, ich habe jedoch ganz darauf verzichtet. Koffein ist schließlich eine Art “Droge” und unserer Tochter zu liebe habe ich die Finger davon gelassen.
Die Schwangerschaft selbst unterteilt sich in so genannte Trimester. Im ersten Trimester entwickeln sich bereits alle wichtigen Organe (Quelle). Daher ist es wichtig ausreichend Folsäure zu sich zu nehmen um dem Neural-Rohr-Defekt (offener Rücken) vorzubeugen (Quelle). Auch die Vitamine B6 und B12 sind von Bedeutung für die Zellteilung und sollten daher nicht auf dem Speisplan fehlen.
Im zweiten Trimester werden vor allem Mineralstoffe benötigt wie Kalzium, Eisen und Zink. Auch Eiweiße als Vorbereitung auf die letzte Phase der Schwangerschaft sind notwendig. In dieser Zeit legt man ca. 6 kg an Gewicht zu. Dies ist auch gut so, da der Körper Reserven für die Geburt und die Stillzeit anlegt (Quelle).
Im dritten und letzen Trimester sind vor allem essentielle Fettsäuren, Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine wichtig. Es heißt also viele gesunde Sachen zu essen (Quelle). Das heranwachsende Baby hat zunehmend einen größeren Bedarf und nutzt auch die Reserven der Mutter um sich zu versorgen.
Auch viel Trinken ist wichtig. Hierbei empfiehlt sich am Besten stilles Wasser oder Tee. Wasser mit Kohlensäure kann unter Umständen Sodbrennen verstärken – so ging es jedenfalls mir in der Schwangerschaft. Viel trinken wirkt auch weitestgehend gegen Verstopfungen vor. Bei Sodbrennen hilft es dann auch kleinere Portionen zu essen.
Mit Übelkeit hatte ich in der Schwangerschaft Gott sei Dank nicht zu kämpfen. Da soll es aber helfen, wenn man den Morgen ruhig angehen lässt und neben seinem Bett etwas zu knabbern stehen hat sowie zu trinken. Nach dem Übergeben sind wohl salzige Sachen ratsam.
Bei Gelegenheit werde ich einmal eine Liste zusammenstellen, wozu die einzelnen Nährstoffe, Vitamine und Co. wichtig sind inklusive Nahrungsmitteln, die diese enthalten.
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