Bei unruhigen Kindern einfach die Ruhe bewahren!
Kinder sind niemals gleich, sie sind so unglaublich individuell, wie man es kaum erwarten kann. Es gibt Babys, die strahlen von Anfang an einfach nur Ruhe aus, schlafen viel und bereiten ihren Eltern kaum Sorgen. Andere Babys hingegen sind von Beginn an sehr aufgeweckt, neugierig auf alles und dadurch auch schnell mal überfordert. Das Ergebnis ist dann oftmals ein weinendes und quengeliges Baby – und genervte Eltern.
Doch Kinder benötigen vor allem in diesem Moment die Ruhe und die Nähe ihrer Eltern. Sie wollen auf dem Arm getragen oder an die Brust gelegt werden. Diese intensive Betreuungsweise wird in unserer heutigen Zeit als “Attachment Parenting” bezeichnet – eine förderliche Bindung zwischen Eltern und Kind, die das Vertrauen zueinander und die Zuneigung füreinander stärken. Eltern lassen ihre Kinder normalerweise nicht lange schreien. Durch die Intensität der Beziehung zum Kind können die Schreizeiten der Unruhe bereits verkürzt werden. So wurde auch belegt, dass Babys, die jeden Tag mehrere Stunden getragen worden sind, weniger weinen. Der Körperkontakt zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren, mit denen Kinder beruhigt werden. Das getragene Babys ruhiger sind, ist dabei nicht unbedingt erstaunlich. Die Bewegungen vermitteln dem Kind: “Da ist jemand, der sich um mich kümmert. Ich werde beschützt.” Kinder wurden im Mutterleib monatelang überall hin mitgetragen. Sie waren somit fast ständig in Bewegung. Die ersten drei Lebensmonate wirken sich auf ein Kind wie das letzte Viertel einer Schwangerschaft aus – nur eben außerhalb des schützenden Mutter.
Aber auch evolutionstechnisch lässt sich dieses Phänomen erklären. Als die Völker wanderten, wurden die Kinder in engem Körperkontakt umhergetragen. Somit konnten sie sich immer sicher sein, dass jemand bei ihnen ist und man sie nicht einfach ablegt. Heute sind Urvölker und Nomaden einige der wenigen Beispiele für diesen evolutionären Lebensstil.
Die Umstellung, auf einmal ganz alleine im eigenen Bettchen schlafen zu müssen, fällt einigen Babys schwerer als anderen. Dies ist wiederum ein Hinweis darauf, dass es Babys gibt, die wesentlich mehr Nähe benötigen. Einerseits sind die Babys die ständige Nähe zu ihrer Mutter durch die Schwangerschaft gewöhnt. Anderseits ermöglicht das Umhertragen körperliche Nähe auch nach der Geburt, wobei man den Kindern dadurch schrittweise diese große Umstellung erleichtern kann. Durch immer wieder zeitweises Ablegen lernen Babys mit der Zeit, dass die Eltern trotzdem für die das sind. Das Kind muss jedoch nicht ständig auf dem Arm getragen werden. Gute Alternativen sind hierfür Tragehilfen und -tücher.
Aber auch das Stillen beruhigt die Kleinen. Nicht nur das dadurch das natürliche Nuckelbedürfnis befriedigt wird, es zeigt dem Kind auch, dass jemand da ist und ihm jederzeit Nähe spendet. Jede Frau, die ihr Kind gestillt hat, kennt die guten Ratschläge, dass man das Kind nicht zu häufig anlegen soll. Man sollte dabei einen Abstand von mindestens zwei Stunden einhalten. Die Brust dient dabei nicht zur Beruhigung, sondern das Kind soll aktiv trinken. Das es auch anders geht, zeigt sich noch heute bei den afikanischen Völkern, wo Babys im Durchschnitt alle 15 Minuten an die Brust gelegt werden. Hier zeigt sich: andere Länder, andere Sitten. Am Ende müssen Mütter selber entscheiden, was für sie und ihr Baby am Besten ist. Denn die ganze Nähe kann junge Mütter auch gerade am Anfang schnell überfordern, denn so kleine Wesen können ziemlich fordernd sein.
Und wer sein Kind nicht dauernd tragen möchte, kann sich ebenso zu ihm legen. Auch der Atem und der Herzschlag der Mutter beim Liegen beruhigt viele Babys. Das gemeinsame Schlafen im elterlichen Bett soll ferner den positiven Effekt besitzen, dass das Risiko des plötzlichen Kindstodes sinkt. Am Ende geht es darum, dass die kleinen Neuankömmlinge sich nicht verlassen fühlen sondern unterstützt und geliebt.
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So verschieden Babys auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: sie schreien. Und das tun sie nicht ohne Grund. Durch eine Pressemeldung der Zeitschrift ELTERN wurde ich wieder intensiver aufmerksam auf das Thema.
Die Ursachen weswegen Babys schreien sind vielfältig. Dabei sollte man bedenken, dass Babys und vor allem Säuglinge keine andere Form der Kommunikation kennen. Daher können sie auch nicht anders kommunizieren als durch schreien. Kinder lernen erst mit der Zeit und zunehmenden Alter die Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten kennen: Mimik, Gestik und insbesondere die Sprache.
Diese Tatsache haben wir uns stets von Anfang an bewusst gemacht. Daher stand für uns von Anfang an fest, dass wir unsere Tochter auf keinen Fall weinen lassen. Mit der Zeit haben wir auch in dieser Hinsicht dazu gelernt – genauso wie unsere Tochter. Im ersten halben Jahr ist es nicht ratsam, Babys oder Säuglinge schreien zu lassen. Sie bekommen ansonsten nur das Gefühl, dass keiner für sie da ist, wenn sie jemanden brauchen. Und wenn sie nur schreien, weil sie mal wieder zu Mama oder Papa in den Arm wollen. Aber was soll man auch verlangen von so einem winzigen, unschuldigen Wesen, was so plötzlich einer so großen Welt mit so vielen Sinneseindrücken ausgesetzt ist?
Erst ab dem 7. Monat entwicklen Babys ein Verständnis für Zusammenhänge, lernen Ursache und Wirkung kennen und fangen an sich zu erinnern und Dinge einzuprägen. Daher sollte man den Kleinen z.B. auch erst nach dem 6. Monat die nächtliche Mahlzeit abzugewöhnen.
Aber auch die Kleinen lernen, dass sie unter Umständen durch Weinen ihren Willen durchsetzen können. Und der wird mit zunehmendem Alter immer stärker.
Letztendlich muss man als Eltern herausfinden, weswegen das Baby schreit. Jedes Kind hat seine individuelle Art und Weise zu kommunzieren. So kommuniziert ein Baby z.B. anders mit seiner Mutter als mit seinem Vater. Aber ein Baby muss auch mal schreien, denn auch Kinder haben mal einen schlechten Tag und müssen ihre Wut bzw. ihren Ärger in die Welt hinausschreien. Und als Eltern sollte man froh sein, wenn das Kind lieber einmal öfter schreit als zu wenig. Denn schließlich möchte man als Elternteil ja erreichen, dass die Kinder mit ihren Problemen jederzeit zu einem kommen können.
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